Die Jugendzeit des Markgrafen. 121
Eindruck auf die Pilger gemacht hatten. Acht Tage blieb die Geſellſchaft auf der Inſel.
Bald zwangen neue Stürme die Galleone in Candia Halt zu machen, doch wußten die höflichen Venetianer den erzwungenen zehntägigen Aufenthalt für die Reiſenden ſehr angenehm zu geſtalten. Am 13. Auguſt landeten die Pilger an der Ponta St. Nikolaus, am Lido zu Venedig. Die Heimreiſe hatte faſt doppelt ſo lange Zeit, als die Hinfahrt be— anſprucht.
Drei Tage ruhten ſich die Markgrafen von den Strapazen der Fahrt in Venedig aus. Dann eilten ſie nach Mantua, wo Barbara, die Tochter des Markgrafen Johann als Gemahlin des Erbprinzen Ludwig Hof hielt.
Acht Tage feierte man dort die Zurückgekehrten; in den Windeln ſah Albrecht wohl damals ſeinen Großneffen, den ſpäteren mächtigen Kardinal. Nach kurzem Verweilen in den berühmten Bädern Paduas, ritten die Markgrafen auf dem gleichen Wege, den ſie zur Herreiſe gewählt hatten, heim. Am 25. September trafen ſie in Nürnberg ein, und ein„löblicher Rat“ ſchenkte dem Markgrafen zwei vergoldete Becher, ein Dank wohl auch für die Aufnahme, ihrer Ratsmitglieder in die Geſellſchaft.
Doch nicht lange litt es die Markgrafen in der Stadt; ſie eilten in die Arme der Eltern. Da gab es wohl an dem Abend auf der alten Cadolzburg gar viel zu erzählen.
Dem Kurfürſten aber war es Bedürfnis, vor allem Gott für die glückliche Heimkehr ſeiner Söhne zu danken; das Gründungsdatum des Stiftes auf dem Marienberg bei Altbranden— burg iſt der 25. September.“)
In dem nächſten Monat wird man in den Kanzleien zu Ansbach und auf der Plaſſenburg gar fleißig gearbeitet und gerechnet haben. Am 1. November war die kurfürſtliche Fa
) Bayer, Jugendzeit, S. 50. Riedel, Cod. dipl. I. 9, S. 41.