122 Die Jugendzeit des Markgrafen.
milie auf der Plaſſenburg verſammelt. Dort geſchah Seltſames. Kaum ein Beiſpiel findet ſich in deutſchen Fürſtenhäuſern, von ähnlich kluger, elterlicher Sorge, von ſelbſtverſtändlichem Gehorſam und kindlicher Liebe, wie es damals auf der fränkiſchen Burg gegeben wurde.
Die Markgrafen Johann, Friedrich und Albrecht erklärten für ſich und ihren unmündigen Bruder Friedrich, deſſen ſich auch die Eltern mächtigten: Im Falle ihr Vater vor ihnen ſterben würde, und ſie dann mit ihren„Fürſtenthumb, Würdigkeyten, Landen und Leuten in der Mark Brandenburg und zu Franken nicht geordnet vereint und geſetzt“ wären, daß das ihnen allen„großen Irrſalen, Verderben und. Schaden bringen möchte“. Da ſie wüßten, daß Vater und Mutter nur ihr Beſtes wollten, verpflichteten ſie ſich als„gehorſame Söhne“, wie der Vater mit dem Rate der Mutter und einiger märkiſcher und fränkiſcher Räte ſie„bey ſeinem Leben ordnet, vereinet und ſetzet“ ſo auch„nach ſeinem Todt bleiben haben, tun und ſitzen“ zu wollen.“)
Nach ſolcher Verpflichtung übergaben Vater und Mutter ihren Söhnen die Teilungsurkunde des Landes zu Franken.“)
Der Kurfürſt überließ dem Markgrafen Johann,„da er der elteſt iſt“, die Wahl,„zu kieſen und zu nehmen“, welchen Teil er wolle;„der ander Teil des andern Landts ſoll unſerm Sohn Markgraff Albrecht volgen“. Markgraf Johann wählte das Oberland.“)
) Minutoli, a. a. O., S. 495-497.
g) Minutoli, Kurf. Friedr. I., S. 333334. Historia Norimb. dipl., S. 605 ff.
) Die ganze Verhandlung findet ſich als„Vertrag sub dato Blaſſenburg am Allerheiligentage 1435“ im K. B. Reichsarchiv. Brandenburg, brand. Serie 21, Fasc. 112, Nr. 2, kopiert. I. Teilungsvertrag. II. Verpflichtung der Markgrafen. III. Erklärung der Fürſten. Darnach ift Droyſen. Riedel, Bayer und Andere zu berichtigen, die dieſe Teilung erſt 1437 ſetzen. Freilich urkundet Johann bis 1437 in der Mark, damals erſt hielt es der Vater an der Zeit, dem 24jährigen
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