Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
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Fetzens ſtrittigen Gebietes oder einer geringen Schuld, die der Eine forderte, der Andere zu zahlen ſich weigerte.

Man hat geſagt, das durch ſeine Bergwerke reiche frän­kiſche Land hätte den Neigungen Johanns beſſer entſprochen, als die Mark. Waren die Teile, die die Eltern in Franken gemacht hatten, gleich, ſo betrug die Einnahme aus dem oberen Teile Frankens damals auch nicht mehr als 6000 Gulden.)

In dieſem Hauſe verſtand man Opfer zu fordern und zu bringen. Albrecht erhielt durch die Wahl ſeines Bruders das von nicht allzu freundlichen Nachbarn umgebene Nieder­land, vielleicht den exponierteſten Poſten des ganzen Beſitzes. Aber damit auch die Führung des Hauſes in der Reichspolitik.

Wer hier ſo nah bei Nürnberg ſaß, konnte am weiteſten ſehen. Vielleicht erſchien es den Eltern als Glück, daß Johann in Franken blieb und mit ſeiner oft bewieſenen Bedachtſamkeit das Ungeſtüm des jüngeren Bruders heilſam zügeln konnte.

Vor allem galt es jetzt, Albrecht auf ſeinen ſchweren Be­ruf vorzubereiten. Wir finden ihn bei allen wichtigen Ver­

handlungen an der Seite ſeines Vaters, ſo während des

1) Riedel, a. a. O., S. 555 zieht das Jahr 1469 zum Ver­gleiche heran. Damals beſaß Albrecht aber das ganze Fürſtentum in Franken, das er durch kluge und energiſche Finanzwirtſchaft ſo gehoben hatte, daß er vomreichen Burggrafen, gegen den durch Kriege und Verpfändungen damals geradearmen Kurfürſten ſprechen konnte. 1485 waren aber in Franken Schulden aufgenommen, mit denen der Beſitz der Mark geſichert werden ſollte. Zur Bewertung der Mark dürfen weder die Briefe Albrechts, durch die er den zu zahlenden Preis herabdrücken, noch die kurz nach der Über­nahme geſchriebenen, mit ihren übertriebenen Schilderungen, durch die er ſich als ein beſonders mächtiger Kurfürſt hinſtellen wollte, ent­ſcheidend herangezogen werden. Seine wirkliche Meinung ſpricht Albrecht 1467 aus, als die Herzöge von Sachſen ſeinem Bruder einen Abkauf der Mark vorſchlugen. Nicht für ganz Thüringen wäre ihm die Mark feil, ſo ſchreibt Albrecht damals ſeinem Bruder.(Urkunde aus dem German. Muſeum, fränkiſcher Kreis Brandenburg.) Der eine Teil Frankens war mit der ganzen Mark, die Johann zuſtand, ihren Ein­künften und ihren Rechten alſo gar nicht zu vergleichen.