Die Jugendzeit des Markgrafen. 125
Speierer Tages, der die Abſetzung des Pfalzgrafen Ludwig rückgängig machen ſollte, und des Würzburger Tages, auf dem die Entſcheidung über die Streitigkeiten zwiſchen Biſchof und Kapitel des Stiftes Friedrich übertragen wurden, der nicht ohne Selbſtſucht ganz zugunſten des Biſchofs entſchied.
Am 16. Auguſt verlieh Papſt Eugen Albrecht das Recht, ſich einen eigenen Altar zu halten und einen Beichtvater zu wählen.) Der kluge Menſchenfiſcher auf dem Stuhle Petri ahnte das drohende Schisma und ſuchte ſich das junge Herz zu verpflichten.
Unter den Verträgen des Kurfürſten mit der Geſellſchaft St. Georgenſchild ſteht wiederum auch Albrechts Name.“)
Im Januar 1437 brachten aber auch dieſer kluge Vater und ſeine Söhne der Zeit ihren Tribut. Sie verpflichteten ſich, dem Herzoge von Sagan in jeder Weiſe Beiſtand zu leiſten, wenn er ſein Verſprechen, dem Markgrafen Johann eine„gewiſſe Kunſt“ zu lehren, halten würde.“)
Auch die Alchemie verſchmähte man nicht, um den Glanz
des Hauſes zu heben. Nur gut, daß in den Köpfen und Charakteren der Mitglieder des Hauſes weit bewährtere Zaubermittel zu ſolchem Zwecke vorhanden waren.
Der Kurfürſt glaubte noch im gleichen Jahre durch eine endgültige Erbteilung die Zukunft ſeines Hauſes ſichern zu müſſen. Am 7. Juni 1437 verkündete er ſeine zuerſt von Albrecht und ſpäter ſo oft gerühmte„Dispoſitio“.“
1) Bamberger, Kr. A. S. I, K. 30. L. 5. Z. 6.
2) Bayer, Jugendzeit, S. 51—53.
8) Riedel, Cod. dipl. II., 4, S. 150—152. Riedel über die alchemiſtiſchen Beſtrebungen des Markgrafen Johann von Brandenburg uſw. Märk. Forſchung IV., S. 158—159.
) Der Kurfürſt war damals 65 Jahre alt; fein jüngſter Sohn Friedrich der Fette, war 15 Jahre. Er hatte alſo ein Alter erreicht, in dem ſeine Brüder die vom Vater ausgeſtellten Urkunden mitzuſiegeln pflegten. Die„Dispoſitio“: Riedel, Cod. dipl. III, 1, S. 223— 231. Minutoli, Friedrich I., S. 327333.