126 Die Iugendzeit des Markgrafen.
Dieſer Ruhm iſt völlig unverbient.*) Die Erbteilung iſt die wenigſt weitſichtige Regierungshandlung des Kurfürſten. Ja faſt eine Verleugnung ſeiner ganzen Tätigkeit im Reiche.“)
Eine übermäßige Liebe zu dem Neſthäkchen Friedrich entſchuldigt feine Handlung keineswegs.„La fortune des cadets devient le principe de la decadence des maisons“, ſo hat Friedrich der Große dieſe Teilung beurteilt.“)
Nachdem der Kurfürſt ſich der Zuſtimmung ſeiner mündigen Söhne verſichert') und ſich mit ihnen des unmündigen Friedrich gemächtigt hatte, beſtimmte er, daß nach ſeinem Tode Friedrich d. Altere und Friedrich d. Jüngere die Mark Brandenburg ungeteilt beſitzen ſollten.
Die Kurwürde ſollte erſt Friedrich d. A., nach ſeinem Tode Friedrich d. J., nach deſſen Tode der älteſte Sohn Friedrich des Alteren erben.
Wünſchten die Brüder nach 1453 eine Teilung, ſo ſollte die Mark in zwei völlig gleiche Teile geteilt werden, um die die Brüder loſen ſollten.“) Die Neumark, Uckermark und das
1)„Man zehlt es unſerm Vater ſeligen für eine große Weysheit, das er uns vier Brueder bey ſeinem Leben tailet und glauben, wenn wir bey einander ungeteylet beliben, wir hetten uns nymer mit einander gütlich vertragen“; Minutoli, d. k. Burch, S. 457, Albrecht an ſeinen Sohn Johann. Vergl. ſpäter ſeine wirkliche Anſicht über dieſe „Dispoſitio“.
2) Die Erbteilung iſt übrigens durchaus nicht original, ſondern bat als Baſis die Erbordnung Burggraf Friedrich V. vom 19. Mai 1385, Minutoli, Friedrich I., S. 322325.
) In den Mémoires de Brandenbourg, S. 1314.
) Breslauer Univ.⸗Bibl., Handſchr. Zacharias Gartzen Suecessiones familiarum uſw. S. 165. Am 29. April 1438 ſagen die Markgrafen Johann und Albrecht Land und Leute der Mark ihrer ihnen geſchworenen Eide ledig, ſobald ſie ihren Brüdern nach des Vaters Tode Erbhuldigung getan hätten.
Bayer, Jugendzeit, S. 54 hat dieſe Stelle der Erbteilung mißverſtanden, daher auch ſein überſchwängliches Lob. Es iſt keine Rede davon, daß die Kurwürde und der größere Teil der Mark Brandenburg Friedrich der Altere, die Altmark mit der Prignitz dem jüngeren Friedrich zugewieſen wurde.
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