Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
128
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128 Die Jugendzeit des Markgrafen.

Keiner der Brüder ſollte ein Bündnis ſchließen, ohne ſeine Hilfsverpflichtung gegen alle Markgrafen auszunehmen; keiner ohne der Brüder Rat ein größeres Unternehmen be­ginnen. Als Brüder ſollten ſie in Treue ſtets einander helfen.)

Ein gütiges Schickſal und der Tod hat das Haus Hohen­zollern davor bewahrt, daß gerade die Maßregel, die ſeine Größe fördern ſollte, ihm geſchadet hat; daß da, wo die Liebe geſäet hat, Haß entſproſſen iſt.

Sieben ſtrahlende Leuchter im Reiche ſollten die Kur­fürſten nach der goldenen Bulle ſein; ſie, die berufen waren, zu handelnüber das Wohl des Erdkreiſes.

Brandenburg war das letzte der Kurfürſtentümer; das Haus Hohenzollern das jüngſte unter den alten Fürſten­geſchlechtern. Dem Kurfürſten von Brandenburg fehlte das geiſtliche Anſehen der drei Erzbiſchöfe und jeder der drei ande­ren Kurfürſten beſaß größere Macht als er.

Wohl hatte ſich Friedrich im Kurfürſtenkollegium Gel­tung zu verſchaffen gewußt; aber nicht nur ſeine machtvolle Perſönlichkeit, auch die in ſeiner Hand geeinten Fürſtentümer der Mark und Frankens verſchafften ihm Anſehen.

Zu hohem Zwecke hatte man das auf des Reiches Größe ſo bedachte Haus in den höchſten Rat des Reiches berufen; wie ſollte ein Kurfürſt, dem mancher Biſchof an Macht über­legen war, dem die Koſten einer Reiſe in das Reich Sorge be­reiten mußten, ſolcher Aufgabe gerecht werden? Wie ärmlich hätte der Kurfürſt neben manchem ſtolzem Herzoge in pracht­liebende Städte zu den Reichstagen einreiten müſſen?

wu Frage, der wir keine Antwort wiſſen.

e nie ein Kurfürſt, der ſo folgerichtig gegen alle Nachbarfürſten, die der Mark Teile entriſſen batten ſch auf

1) Es folgen Be Schuldentilgungen, Übe Gemahlin Johanns

ſtimmungen über Auszahlung von Mitgiften, rtragung der Verſchreibung des Heiratsgutes der von märkiſchen auf fränkiſche Schlöſſer uſw.