130 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Bann
Selbſt eine reinliche Scheidung machte die„Dispoſitio“ Söhnen und Enkeln unmöglich; denn wer ſich ſpäter durch einen von ſeinem Vater mit den Brüdern geſchloſſenen Vertrag benachteiligt fühlte, konnte geltend machen, Kurfürſt Friedrich habe beſtimmt, daß kein„Geſchafft, das dieſe Ordnung verwurken oder gekrenken möchte, Macht noch Crafft haben ſollte“.
Trotz ſolcher Beſtimmung und trotz ihrer Pietät haben die Söhne dieſe Dispoſitio geändert,) wie das Land ſelbſt es dringend verlangte.) Folgende Geſchlechter haben unter ihren ſchlimmen Satzungen, da Friedrich der A. und Friedrich d. J., ohne Söhne zu hinterlaſſen, ſtarben, nicht zu leiden gehabt.
Nach wie vor leitete auch nach dieſer Erbteilung der Kurfürſt die Politik ſeines Hauſes. Seine Liebe und Sorge galt vor allem Franken. Seinen Söhnen und Enkeln in der Mark hatte er die Möglichkeit geſichert, dem Hauſe im Nordoſten des Reiches eine Stellung zu ſchaffen, wie ſie Habsburg im Südoſten beſaß. Mochten ſie ſich jetzt ſelbſt mühen, und auf
dem Fundamente, das er gelegt hatte, weiter bauen.
Vor allem lag dem Kurfürſten damals am Herzen, den künftigen Herrſchern in Franken gut geſinnte Nachbarn zu hinterlaſſen. So ſchloſſen er und ſeine Söhne Johann und Albrecht mit den Biſchöfen Anton von Bamberg und Johannes von Würzburg in Nürnberg am 6. September ein feſtes
.) Vgl. ſpäter, auch Riedel, Cod. dipl., III., 1, S. 280—281. Die Markgrafen Johann und Albrecht erklären 1447 als Schiedsrichter zwiſchen Friedrich d. A. und Friedrich dem J., daß ſie in der Zeit, in der ſie ſich nach dieſer„Dispoſitio“ gerichtet hätten,„gelernet, eigentlich gemerkt und wahrhaftig befunden, daß ſolche Teilung uſw. dem Kurfürſtentume, uns, unſern Brüdern, ihren und unſern Erben nicht nützlich ſei, davon ſere beſorglich iſt, daß uns allen, unſern Erben und der Herrſchaft große Unmacht, Unratt und Schadden entſten mochte, wo das in andere Wyſe nicht gewandelt wurde.“
Stenzel, Geſchichte d. preuß. Staates, I., S. 190.