Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
131
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Die Jugendzeit des Markgrafen. 131

Bündnis.) Als Zeichen des großen gegenſeitigen Vertrauens unter den Fürſten kann die Vereinbarung gelten, nach der in Zukunft Streitigkeiten von je vier bereits im Vertrage genann­ten Räten der beiden ſtreitenden Fürſten in Güte geſchlichtet oder durch einen aus den vier Räten des dritten Fürſten ge­wählten Obmann in Recht entſchieden werden ſollten.

Das Geſamtintereſſe des Hauſes berührte das mit dem Erzbiſchof Dietrich von Mainz, dem Biſchof Johann von Würzburg und Herzog Otto von Bayern am 15. November 1437 in Mergentheim geſchloſſene zwanzigjährige Bündnis,!) das daher nicht nur der Kurfürſt, die Markgrafen Johann und Albrecht, ſondern auch Markgraf Friedrich unterzeichnete. Das Bündnis beſtimmte den ſchiedsrichterlichen Ausgleich bei Streitigkeiten zwiſchen den Fürſten oder ihren Untertanen.

Ein zweiter Vertrag, den auch die Herren von Hohen­lohe, Weinsberg und Limburg unterzeichneten, wurde zur gemeinſamen Abwehr einiger verwegener ritterlicher Straßen­räuber, vorzüglich der Hornberg und ihres Anhanges, er­richtet.)

Der Trotz, mit dem ſoeben in Mergentheim Hornberg die Vermittlung des Biſchofs von Würzburg in ſeiner Fehde gegen Herzog Otto von Bayern abgelehnt hatte, ſollte geſtraft wer­den. Zum 11. Dezember beſchloß man den gemeinſamen Zug gegen Hornbergs Schloß Jagſtberg.

Hornberg hatte auch markgräfliches Gebiet nicht geſchont. Vor allem aber wird die Teilnahme der Markgrafen an dem

1) Würzburger Kr. A., Würzb. Urk., 17, S. 101: Bereits am 11. November 1436 hatte der Kurfürſt mit den beiden Biſchöfen eine Einung geſchloſſen; vgl. Loshorn, Geſch. d. Bistums Bamberg, IV., S. 288.

2) Wzbg. Kr. A., Urk. Lib. K. 3, Sch. 3, Nr. 56, Nr. 64. Minu­toli, Kurf. Friedrich I., S. 121 ff.

3) Bereits am 23. April hatten die gleichen Kontrahenten einen ähnlichen Vertrag gegen Graf Michael von Wertheim errichtet. Vgl. Aſchbach, Geſch. d. Grafen von Wertheim, I., S. 265. Frieſe, Geſch.⸗Schreiber des Biſchoftums Wzbg., S. 759760.

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