132 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Zuge durch die Ausſicht auf die in naher Zukunft vielleicht nütz
liche Waffenbrüderſchaft mit dem Kurfürſten von Mainz und Herzog Otto von Bayern beſtimmt worden ſein. Albrecht übernahm die Führung der markgräflichen Truppen und trat zum erſten Male einem Feinde gegenüber, der ihn in den folgenden Jahrzehnten weit über ſeine Macht ſchädigen ſollte.
Schloß Jagſtberg ergab ſich am 22. Dezember.“)
Während der Belagerung bot ſich Albrecht Gelegenheit, ſeine diplomatiſchen Fähigkeiten zum erſten Male ſelbſtändig zu verwerten. Ein Kurfürſt und der Vormund eines Kurfürſten lagen mit ihm vor Jagſtberg; ſowohl Erzbiſchof Dietrich, wie vor allem Pfalzgraf Otto waren ſeit langem ſeinem Hauſe wohlgeſinnt.
Welche Hoffnungen mögen ſich in der Bruſt des jungen Markgrafen geregt haben, als er wenige Tage vor dem Falle Jagſtbergs durch einen Boten ſeines Vaters von dem Tode Kaiſer Sigmunds unterrichtet wurde,) mit dem man in ſeinem Hauſe ſchon lange gerechnet hatte.“)
Wer ging mit gleichen Ausſichten in den Wahlkampf, wie ſein Vater, den vor Jahrzehnten ſchon der jetzt Verſtorbene als ſeinen Nachfolger bezeichnet hatte? Freilich hatte der Kaiſer ſpäter, als er ſich mit Kurfürſt Friedrich entzweit hatte, feinen Schwiegerſohn Albrecht von Oſterreich empfohlen, aber nur Sachſens Stimme war für die Wahl des Herzogs gewonnen worden. Und ſelbſt Sachſen ſtand in alter Erbverbrüderung mit dem Hohenzollern⸗Hauſe. Von dem Urteil ſeines Vaters hing vor allem die Entſcheidung des Streites
1) Frieſe, a. a. O., S. 761.
2) Altmann, Wahl Albrechts II., S. 79.
2) Am 31. Okt. 1438 verpflichtete ſich Kurf. Friedrich feinem Schwiegerſohne Ludwig d. J. von Ingolſtadt weitere 20 000 Gulden Mitgift zu geben, falls er oder ſeine Söhne„in künftigen Zeiten zu großer Macht kommen, und ſtachhafter an Gewalt, Ehren und Gut würden.“ Bamberger Kr. A. G., I. K. 25. L. I. Fasc. J, Nr. 25. Vgl. auch Eberhard Windecke ed Altmann, S. 449.
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