Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
134
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134 Die Iugendzeit des Markgrafen.

alles hing davon ab, daß der Kurfürſt von Trier, deſſen Stimme den Bündnern die Majorität verſchafft hätte, nach Heilbronn kam. Aber der kluge Raban ſcheint der Einladung Friedrichs nicht gefolgt zu ſein.

Wahrſcheinlich iſt Albrecht mit ſeinem Vater in Heil­bronn geweſen und ſicher wohl haben die Verhandlungen mit dem Kurfürſten ihrer Partei die Hoffnungen der Markgrafen nicht herabgeſtimmt. Vielleicht hatten ſie ſogar ſchon damals Nachricht, daß dem Herzog Albrecht von Oſterreich bei feiner Krönung als König von Ungarn gewiſſe Beſchränkungen auf: erlegt waren, die ſeine Bewerbung um die römiſche Königs­krone nicht allzu wahrſcheinlich machten. Dann war die Bahn frei ad astra.

Von Heilbronn ging es nach Nürnberg, wo der Kurfürſt von Sachſen und die Herren von Plauen den Entſcheid, der unter Kurfürſt Friedrichs Vorſitz beſtellten königlichen Kom­miſſion erwarteten.

Wenig erfreut wird wohl der Kurfürſt von Sachſen über die ihm zugefügte Zurückſetzung durch den Ausſchluß von den Verhandlungen des Heilbronner Tages geweſen ſein, noch weniger war er es über die Entſcheidung,) die in ſeinem Streite mit den Herren von Plauen gefällt wurde. Die Hoff­nung des Kurfürſten, daß der Meißener Burggraf als lehens­brüchig ihm mitEhre, Leib und Gut verfallen erklärt würde, erfüllte ſich nicht. Für die ſchlimmen, gegen den Kurfürſten erhobenen Beſchuldigungen, ja für die Bezichtigung eines Mordverſuches wurde nur auf eine leichte Art des Widerrufes

Nach den uns erhaltenen Urkunden haben ſich jedenfalls die Kurfürſten von Mainz, Brandenburg und Pfalzgraf Otto in Heilbronn getroffen; der Sachſe, der Kölner und der Trierer ein ſpätere Zuſammenkunft verabredet.

) Wittmann, Monumenta Castellana, Nr. 549. Vgl. Städte­Chr. II., S. 28, und M ärker, Das Burggrafentum Meißen, I., S. 346. Limmer, Geſch. d. Vogtlandes, III. S. 745.