Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
135
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Die Yugendzeit des Markgrafen. 135

erfannt;!) der Entſcheid über die ſonſtigen Forderungen des Kurfürſten wurde hinausgeſchoben. Es iſt begreiflich, wie ſehr der Kurfürſt von Sachſen auf den greiſen Vorſitzenden der Kommiſſion erzürnt war.) Hier in Nürnberg begann wohl auch ſchon ſeine Tätigkeit zur Verhinderung der ihm nicht erwünſchten Wahl des Brandenburgers.

Er gewann den anweſenden Biſchof von Würzburg für ſich, der ebenfalls an dem Übermächtigwerden ſeines nächſten Nach­barn keinen Gefallen haben konnte. Im Gefolge des Kurfürſten von Sachſen, nicht, wie urſprünglich beabſichtigt war, in dem des Kurfürſten von Brandenburg, verſprach der Biſchof in Frankfurt einzureiten.

Eine Zuſammenkunft der drei noch nicht von dem Bran­denburger gewonnenen Kurfürſten wurde wohl auch hier be­beſchloſſen,) hier vielleicht auch ſchon die Wahl Sigismunds, des Bruders des Kurfürſten, zum Stiftsverweſer.

Gegen die Entſcheidung über den Meißener Streit apel­lierte der Kurfürſt von Sachſen und forderte von Friedrich

1) Der Burggraf von Meißen mußte erklären, er habe die Be­ſchuldigung nur erhoben, um den Rechtsſtreit ſchneller zum Austrag zu bringen, nicht um die Ehre des Kurfürſten zu verletzen.

2) Die kaiſerl. Kommiſſare waren Biſchof Anton von Bamberg. Biſchof Johann von Würzburg, Pfalzgraf Johann, die Grafen Ludwig von Oettingen, Leopold von Leuchtenberg, Georg von Henneberg, Wil­helm von Caſtell, Rudolf von Montfort, die Edelen Konrad von Weins­berg, Kraft von Hohenlohe, Schenk von Limburg, Konrad von Heideck. 4 Richter enthielten ſich beim Entſcheide ihrer Stimme.

3) Wzbg. Kr. A., Miscell. 1029, Nr. 31, Kurfürſt Friedrich ſchreibt am 22. Januar 1438 an den Biſchof:Auch als Ihr ſchreibt von der dreyer unſer Mitkurfürſten wegen bitten wir Euch jo ſie zuſammenkommen, uwer Rate zu Inen zu ſchicken. Es iſt zu vermuten, daß mit dieſen drei Kur­fürſten die von Sachſen, Köln und Trier gemeint find. Auf dieſen, für die Königswahl außerordentlich wichtigen, bisher unbekannten Brief ſtützt ſich auch die ſpätere Beurteilung des Verhaltens des Biſchofs von Würzburg.