Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
138
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138 Die Iugendzeit des Markgrafen.

Reiches zu Papſt und Konzil beraten. Die den Einfluß der Kurfürſten:) wohl bedenkenden Vorſchläge ſollten dem künf­tigen König ſofort nach ſeiner Wahl zur Nachachtung empfoh­len werden.

Am 17. März hatten ſich die Kurfürſten von Mainz, Köln, Trier und Sachſen auf die Wahl Herzog Albrechts geei­nigt, nur Herzog Otto der Wittelsbacher war Kurfürſt Fried­rich treu geblieben. Auch er und Friedrich fügten ſich der Mehrheit und einſtimmig wurde am 18. März in der Sakriſtei der St. Bartholomäuskirche Herzog Albrecht zum römiſchen König gewählt. Es war ein ſchwacher Troſt, daß die Kur­fürſten bis zu dem Zeitpunkte, in dem der König im Reiche erſcheinen würde, Kurfürſt Friedrich und nicht den jungen Pfalzgrafen, dem dieſe Ehre zukam, als Vikar des Reiches in Ausſicht nahmen.)

Die drei jungen Markgrafen begleiteten den Vater bei dem Gange, der ihre ſchönſten Hoffnungen begrub, in die Sa­

kriſtei. Als Zeuge des Erzbiſchofs von Mainz, nicht des Her­zogs von Sachſen, mit dem er in die Wahlſtadt eingeritten war, wohnte Biſchof Johann von Würzburg der Wahl bei.

Die Rechtfertigungsbriefe,) die ſich der Biſchof ſpäter von allen Kurfürſten ausſtellen ließ, mochten ihn wohl vor der lauten Anklage des Ränkeſpiels gegen ſeinen Verbündeten ſchützen, aber im Volke fühlte man ſeinen Einfluß. Selbſt in

1) Die Erneuerung der Städte⸗Privilegien ſollte z. B. der künf­tige König nicht ohne den Rat der Kurfürſten vornehmen.

2) Reichstagsakten, XIII. S. 96.

) Sämtliche Kurfürſten haben ſpäter nach einem Konzepte Ur­kunden ausgeſtellt, in denen ſie jede Beeinfluſſung durch den Biſchof von Würzburg bei der Wahl in Abrede ſtellen. Da die Kurfürſten nach der goldenen Bulle eidlich verpflichtet waren, die Wahl ohne jede Beein­fluſſung vorzunehmen, ſo wäre es wohl mehr als ſeltſam geweſen, wenn ein Kurfürſt einen ſolchen Beeinfluſſungsverſuch zugeſtanden hätte. Der Erklärung, daß dieſe Beeinfluſſung wirkungslos geweſen wäre, hätte