Die Jugendzeit des Markgrafen. 141
ſich dieſes wichtige Erbe ſeines Schwiegervaters zu ſichern, das Schwert ziehen. Auch die Fürſten des Reiches rief er zu Hilfe.
Die hohenzollernſche Politik war allzu großzügig angelegt, um ſich ihre Enttäuſchung merken laſſen zu dürfen, ſie war zu ehrgeizig und zu raſtlos für den Schmollwinkel.
Das alte Prinzip ihres Hauſes führte die drei jungen Markgrafen zu König Albrecht; bei neuen Herrſchern hatten ſich Hohenzollern immer„zu Tode dienen“ wollen;!) bei ihnen hatte dieſes Haus für große Opfer ſtets größeren Dank geerntet, ja manches Mal wohl für einen ausgegebenen Gulden als Dank zwanzig Gulden eingebracht.“)
Trug ein Herrſcher erſt länger die Krone, wurde er nur allzu leicht„umbeſtanden“ in ſeiner Gunſt;“) forderte vielleicht gar für bereits bewieſenen Dank noch neue Opfer; dann ließen ſich die Fürſten aus dem Hohenzollernhauſe ſuchen, freilich bei neuen Ausſichten auch finden;— und gering waren die Dienſte dieſer Männer nie geweſen, ſolange ſie in Deutſchlands Geſchicke eingegriffen hatten.
Auch Albrecht, der König dreier Reiche, war ſolcher Hilfe froh. Wohl trug er Böhmens Krone, die ihm die Edelſten der Nation unter dem Jubel der Abgeſandten des ganzen Königreiches aufs Haupt geſetzt hatten; aber die kleine energiſche Partei ſeiner Gegner, die in ihm ebenſo ſehr den Deutſchen wie den Katholiken haßte, bewies ihm bald, daß der Beſitz der Krone nicht den des Landes bedeutete.
1) Es iſt ein Wort, das Albrecht auch ſpäter häufig Kaiſer Friedrich gegenüber gebraucht, vgl. auch Höfler, Kaiſerl. Buch, S. 212. Es iſt wohl mehr als Zufall, daß die„älteſte politiſche Urkunde des Hauſes Hohenzollern“, der Brief, den Graf Friedrich von Zollern an Kaiſer Friedrich II. den Hohenſtaufen richtet, die Worte enthält: er wolle„zur Gefahr des Lebens und der Habe“ für ihn fechten. Val. Höfler, Denkwürdigkeiten des Ritters L. von Eyb, Vorrede, S. V. Anm. 1.
5 2) Vgl. das Geſpräch des Kurfürſten Friedrich mit Albrecht (Höfler, Kaiſ. Buch, S. 212218).