142 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Schon im Juli riefen die Sendboten des Königs!) das Reich auf gegen den Polenkönig, der„mit ettlichen Behaim, die der heiligen Kirche und ſeinen Genaden wyderſeſſig und ungehorſam ſind, unſerem gnedigen Herrn Eintrag und Hindernis zu machen“ ſich unterſtände. Der Reichstag zu Nürnberg hatte den Boten die geforderte Hilfe bewilligt; die Deutſchen wünſchten den Slawen nicht als Herrſcher zweier Nachbarreiche, ſo wenig, wie einige Monate vorher die in Korzin verſammelten polniſchen Stände König Albrecht in drei Reichen als Nachbar hatten dulden wollen. Schon vor dem Beſchluſſe des Reichstages hatten die Herzoge von Sachſen und Bayern, auch der Kurfürſt von Brandenburg dem Könige ihre Hilfe zugeſagt. Wir ſehen den Kurfürſten ſchon am 10. Juni entſchloſſen ſeinen Sohn Albrecht„mit ſin ſelbs leyb zu Felde zu ſchicken“, das Aufgebot in Franken war auf den 23. Juni nach Bruck angeſagt.) f
Die Abreiſe verzögerte ſich aber noch bis Anfang Auguſt,) wahrſcheinlich wünſchte der Kanzler des Königs, Caſpar Schlick, den die Sorge um des Reiches Rüſtung in Nürnberg zurückhielt, ſich dem„guten gereyſſigen Zug“ des jungen Markgrafen anzuſchließen. Am 14. Auguſt traf Albrecht in Prag ein,“) doch der König lag bereits ſeit dem 9. Auguſt
1) Frankfurt. St. A., Kaiſerbriefe III. Nr. 38. Kaſpar Schlick, Conrad zu Weinsberg, Haupt zu Pappenheim. Vgl. Hufnagel, Caſpar Schlick als Kanzler Friedrichs III., Mitt. des Inſt. für öſter. Geſchichtsf., Ergzbd. VIII, 2, S. 263264.
) Weimarer Geſamtarchiv, Burkhardt Urkdb. Nr. 673, Kurfürſt Friedrich an Ulrich Wiſenthau.
) Frkft. St. A. Kaiſerbriefe 399 am 23. Auguſt ſchreibt der Rat von Nürnberg an Frankfurt, daß„Herzog Chriſtoph von Bayern am erſten und darnach Markgraf Albrecht von Brandenburg jeder Herr mit einem guten gereißigen Zeuge vor ettwie wenigen Tagen gegen Behaim unſerm g. H. dem König zu Hilfe gezogen fein“. Vgl. auch Witte. Reg. der Markgrafen von Baden und Hochberg, Bd. III. Nr. 5795.
Palacky, Geſch. Böhmens, III. c. S. 316.
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