Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
145
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Die Jugendzeit des Markgrafen. 145

Vor allem wird Albrecht wohl die Führung des könig­lichen Heeres,) ſoweit es nicht in die Heimat zog, ſowie die Hauptmannſchaft eines ſchleſiſchen Kreiſes übertragen worden ſein; 3000 Gulden jährlich verſprach ihm der König für ſeinen Dienſt. Auch eine Reitertruppe von 350400 Mann, die der König beſoldete, ſcheint unter ſeinen Befehl geſtellt worden zu ſein.

Von dem Leben und Taten Albrechts in dieſer für ſeine Entwicklung ſo wichtigen Zeit iſt nur wenig bekannt.

Notizen ſtützen, ausdrücklich, daß er bei dieſer doch ganz ungewöhnlichen Auszeichnung ſeines ſpäteren Gebieters anweſend war. Bei der Be­ſtellung am 3. März war er nicht in Breslau. Nur Bayer, Jugendzeit, verwirft die Nachricht Eybs nicht ganz. Er nimmt an, daß Albrecht in Prag zum Kriegshauptmann im Heere des Königs ernannt worden wäre. Für eine ſo untergeordnete Stellung wäre aber das Dienſtgeld unverhältnismäßig hoch. Eine ſolche Stellung hätte auch nicht dem Range des Markgrafen entſprochen.Capitaneus regis Romanorum, wie Mathias Doering Albrecht vor dem März 1439 nennt, iſt der gleiche Titel, den ſich Albrecht 1461 nach Übertragung der Reichs­hauptmannſchaft gegen die Wittelsbacher beilegt. Ohne ſeine Ernennung zum Hauptmann Schleſiens oder wenigſtens eines Teiles von Schleſien wäre es ſehr auffallend, warum die Breslauer den König bitten, gerade Albrecht zu ihrem Schutze zu ſenden, warum Albrechts Schweſter Her­zogin Eliſabethvon ihrer Sache wegen ſich an ihn und nicht direkt an den gleichfalls in Breslau anweſenden König wendet. Bayer, Jugendzeit, S. 98, Beilg., Die Nachricht des Mathias Döring,Tunc rex Pragram et civitates obidientes cum capitaneis disposuit beſtätigt Eybs Ausſage gleichfalls. Immerhin iſt es möglich, daß Albrecht da­mals nur zum Hauptmann des beſonders gefährdeten Schwiebuſer Kreiſes ernannt worden iſt, wie aus Jannſen, Frankfurts Reichskorre­ſpondenz, Bd. I. S. 472, hervorzugehen ſcheint. Es wäre damit dann auch erklärt, daß der König nicht alle ſeine Untertanen in Schleſien am 3. März anweiſt, Albrechtgefolgig und gehorſam zu ſein, wie er es mit Albrecht verabredet hatte, ſondern es nur den ſchleſiſchen Fürſten gebietet.

1) Markgraf, Der Liegnitzer Lehensſtreit, S. 30, giebt leider ohne Quellenangabe an, daß Albrecht das königliche Heer von Tabor nach Schleſien geführt hätte.

Markgraf Albrecht Achilles I 10