148 Die Iugendzeit des Markgrafen.
Herzogin Eliſabeth den König durch ihren Bruder Albrecht um Schutz für ihre durch die Polen bedrohte Stadt Brieg bitten. Durch Albrecht ließ dann auch der König die Bittende ermutigen; er verſprach nach Brieg oder Liegnitz, ſobald eine dieſer Städte gefährdet würde, Hilfe zu ſenden; dringend ließ er die Herzogin ermahnen, unter keinen Umſtänden mit den Polen in Unterhandlungen zu treten.
Das Hilfeverſprechen kam zu ſpät; am Tage, an dem der König in Görlitz einzog, hatten die Brieger den Polen den Oderübergang geſtattet. Dieſe Nachricht mag den König endlich zu energiſchem Handeln veranlaßt haben.
Auf das dringende Hilfeerſuchen der Breslauer ſandte er Markgraf Johann von Brandenburg und Graf Johann von Schauenburg mit 800 Reitern und gutem Fußvolk nach Breslau.) Es kam zu keinem Kampfe,“) da das großpolniſche Heer bereits nach Süden, dem Heere ihres Königs folgend, abgezogen war.“) Die Nachricht vom Herannahen des königlichen Heeres, ein Einfall der Ungarn in Polen und die Furcht vor dem Winter werden Wladislaw mehr als die ohne Voll
) Coronatio Adalberti S. S. rer. Siles., XII, S. 26. Er m i ſch, Schleſiens Verhältnis, S. 262, der Markgraf Johann von Brandenburg d. Truppe führen läßt, wie auch Bayer, Jugendzeit, S. 75. Dagegen läßt Caro, Geſch. Polens, Bd. IV, S. 189, Markgraf Albrecht dieſen Zug, jedoch mit nur 700 Reitern, ausführen; er beruft ſich auf einen Text der Coronatio in der Breslauer Univ.⸗Bibl., die aber tatſächlich Johann als Führer nennt und auch„800 Pferden und guten Leuten“ angiebt, vgl. Breslauer Univ.⸗Bibl., Expoſitio miſſae, S. 147. Bachmann, Geſch. Böhmens, S. 366, nimmt gleichfalls an, daß Markgraf Albrecht den Zug geführt hat.
) Coronatio Adalberti S. S. rer. Siles., XII, S. 26, ſagt:„Da das die Polen vernommen, die davor wollten des Königs derharren, und ſich zu Felde mit ihnen ſchlagen, da zogen ſie wieder gen Polen“.
) Woſtry, König Albrecht II., Prager Studien aus dem Ge: biete der Geſch.⸗Wiſſenſchaften, Bd. VIII, S. 57 f.