Die Jugendzeit des Markgrafen. 149
macht eingeleiteten Verhandlungen“) Herzog Konrads von Oels und Biſchof Konrads von Breslau veranlaßt haben, auf den Plan der Vereinigung ſeiner Heere zu verzichten und ſich zurückzuziehen. Unter entſetzlichen Verwüſtungen vollzog ſich dieſer Rückzug durch das Land der ſchleſiſchen Herzöge, die man ſoeben durch Verträge feierlich an die Sache Kaſimirs gefeſſelt hatte.
Aber auch den Schleſiern waren dieſe Verträge nur beſiegelte Fetzen Papier, und manche Nachzügler der Heere, Polen, Littauer und Ruffen?) büßten für die ſinnloſe Heimſuchung des armen Landes.
Markgraf Albrecht eilte dem zurückziehenden großpolniſchen Heere nach, überſchritt die Grenze, verbrannte Boleslawices) und einige benachbarte Dörfer. Wahrlich eine geringe Vergeltung für die in dieſen Monaten ausgeſtandenen Leiden des ſeiner Fürſorge empfohlenen Landes.
Am 17. November ritt Albrecht in Breslau ein; am Tage vorher hatte der König ſeinen Einzug gehalten.
Ein reges Treiben ſah jetzt die alte Stadt. Legaten des Papſtes und des Konziles, Boten des deutſchen Ordens, Doktoren aus Florenz, die ſchleſiſchen Fürſten und die Ratmannen der ſchleſiſchen Städte, deutſche und bömiſche Edle und die Geſandten der deutſchen Fürſten umdrängten den König.“) Auch die drei jungen Markgrafen und ihre Schweſter,
1) Dipl. Beitr. zu der Geſch. und zu den teutſchen Rechten, S. 81 (Leipzig 1777). Es iſt nicht ernſthaft zu nehmen, wenn die Polen ſpäter behaupten, auf dieſe Verhandlungen hin, und„umb Vergiſſung chriſtlichen Bluts“ zu meiden, den Rückzug angetreten zu haben. A. a. O., S. 78; die Verwüſtung des Landes wäre dann unerklärlich.
2) Chronik Ratib. Zeitſchrift des Vereins f. Geſch. und Altertum, Schleſien IV., S. 116.
3) Ermiſch, Nachtrag, Zeitſchrift des Vereins für Geſch. und Altertum Schleſiens, Bd. XII, S. 492. Bayer, Jugendzeit, Beilage I, Briefe Albrechts an ſeine Schweſter Eliſabeth.
) Ermiſch, Schleſiens Verhältnis, S. 266,