150 Die Jugendzeit des Markgrafen.
die Herzogin Eliſabeth waren in Breslau. Die Stadt hatte dem Könige auf dem Salzmarkte eine herrliche Tribüne einen „Palas“ gebaut; dort empfing er am 25. November die Huldigung des Breslauer Rates, am 3. Dezember die der Herzöge von Schleſien.“)
Tanzfeſte folgten Turnieren. Am 21. November ſtach Markgraf Albrecht mit dem Grafen Heinrich von Montfort um einen Ring, den der Graf von ſeiner Schweſter, Herzogin Eliſabeth erhalten hatte.“)
Am 9. Dezember feierte man die Hochzeit der verwitweten Herzogin Eliſabeth von Brieg mit dem Herzog Wenzel von Teſchen.“)
Wohl auf dem ihr zu Ehren abgehaltenem Turniere ritt Albrecht gegen Herzog Nikolaus von Opeln“) in die Schranken. Wie jung Siegfried in der Sage über den Schreckenshelm des Drachen ſpottet,„der nicht ſchützt, wo Tapfere fechten“, ſo legten damals die Fürſten Harniſch und Helm ab. In einem ſeidenen Hemde, als einzigen Schutz einen kleinen Schild, ſo kämpften
die jungen Helden. Albrecht war der Sieger.
Am nächſten Tage übertrug Herzogin Eliſabeth die Vormundſchaft über ihre Töchter aus erſter Ehe ihrem Bruder Friedrich. Der König beſtätigte die Übertragung der Pflegſchaft, behielt ſich aber ſelbſt die Obervormundſchaft vor.“)
Wohl zur Hochzeit der Schweſter war auch Markgraf Johann wieder erſchienen, den der König bald nach ſeinem Ein
1) Ermiſch, Schleſiens Verhältnis uſw., S. 265. Nur wenige, ſo die Herzöge Wenzel von Ratibor und Bolko von Oppeln fehlten.
) Bayer, Jugendzeit, Beilage 1.
3) Schirrmacher, Urkundenbuch der Stadt Liegnitz, S. 396.
Herzog Nikolaus von Oppeln oder von Ratibor, nicht wie Ma
thias Doering berichtet, von Troppau. Vgl. Bayer, Jugendzeit, S. 78.
5) Markgraf, Der Liegnitzer Lehensſtreit. Abhandlung d. ſchleſ. Geſellſch. 1889, S. 29. Riedel, Cod. dipl. II. 4, S. 192 ff.