Die Jugendzeit des Markgrafen. 151
zuge in Breslau mit Dr. Rudolf von Rüdesheim an den Hochmeiſter des deutſchen Ordens abgefertigt hatte.
Freilich hatte Markgraf Johann ſo wenig wie die früheren Bevollmächtigten des Königs, den geängſtigten Hochmeiſter zum Kampf gegen den Polen beſtimmen können. In den Tagen höchſter Gefahr hatte König und Reich den Orden im Stich gelaſſen; jetzt weigerte ſich der Orden, die in dem ihm aufgezwungenen Frieden geſchworenen Eide zu brechen.
So galt es, den Kampf von Schleſien aus allein fortzuſetzen. Der tapfere Herzog Heinrich von Groß⸗Glogau warf ſich im Januar 1439 einem Einfall des huſſitiſch geſinnten Richters von Poſen, Abraham von Benſchen, entgegen, beſiegte ihn und nahm ihn gefangen.“)
Auch Markgraf Albrecht vergalt die polniſchen Raubzüge durch Verwüſtungen polniſchen Gebietes.) Von einem dieſer Züge haben wir durch einen Zufall Kenntnis.“)
Im Januar 1439“) hatte Albrecht eine ſeiner Streifen
1) Ermiſch, Schleſiens Verhältnis, S. 270. Woſtry, König Albrecht II., a. a. O., S. 72—78.
2) Aeneas Silvius, Hiſt. Bohem Kap. 55.
3) Durch die neue Zeitung, die ein Frankfurter Bote aus Nürnberg ſeinem Rat mitteilt. Jannſen, Frankfurts Reichs korreſpondenz I., S. 472.
4) Der betreffende Brief iſt vom 31. Januar. Bal. Bayer, Jugendzeit, S. 81. Nach dem Wortlaut des Briefes Heinrichs Wiſſe an Frankfurt, ſcheint es dem Verfaſſer ſehr wahrſcheinlich, daß der als Führer des Zuges genannte„Hauptmann von Schwiebus Albrecht geweſen iſt. Wiſſe ſchreibt, er hätte Briefe der jungen Markgrafen an ihren Vater geſehen und Abſchrift eines von einem ihrer Diener an den Kurfürſten geſandten Briefes genommen. Abſchrift eines Briefes aber. den der Hauptmann von Schwiebus ſelbſt an den Kurfürſten über ſeinen Sieg geſchrieben habe, hätte er nicht nehmen können. Es iſt anzunehmen. daß Wiſſe dieſen Titel für Albrecht gewählt hat, um ihn von feinen Brüdern, denen keine Hauptmannſchaft übertragen war, zu unterſcheiden; für den Rat von Frankfurt, der ſich wohl kaum noch erinnerte, welchem