152 Die Iugendzeit des Markgrafen.
mit einigen Hundert Reitern unternommen, als er auf eine polniſche Wagenburg traf. Obgleich der Feind eine vierfache Übermacht, tauſend Mann zu Fuß und 400 Reiter beſaß, griff Albrecht ihn keck an. Nach kurzem Kampf zwang er die Gegner zur Flucht und fing viele.
Ob er dann ſeinen Zug plündernd und brennend bis nach Kaliſch fortgeſetzt hat,) kann nicht als ſicher gelten, da die Nachricht ſich auch auf einen anderen Zug Albrechts beziehen kann. Dieſe kleinen Erfolge beſchleunigten zweifellos den Abſchluß des Friedens.
Schon Anfang Januar hatten polniſche Unterhändler in Breslau mit König Albrecht zu unterhandeln begonnen. Geſandte des Papſtes und des Baſeler Konzils überboten ſich im Eifer, das gottgefällige Werk der Friedensſtiftung zu fördern.
Aber die polniſchen Unterhändler blieben trotz des geiſtlichen Zuſpruches zäh auf ihrer Forderung beſtehen.?) Wer viel fordert, erhält wenigſtens etwas, ſchien beider Parteien Loſung zu ſein. Aber als König Albrecht ſogar auf Teile Polens und auf die Lehenshoheit über die maſoviſchen Herzogtümer Anſpruch erhob, brachen die polniſchen Unterhändler die Verhandlungen ab.
Die verhaltene Erbitterung Breslaus über die Verwüſtung des Landes machte ſich jetzt Luft. Ohne Sang und Klang,
jungen Markgrafen eine Hauptmannſchaft übertragen worden war, wurde ſo das Wiſſenswerte jedenfalls deutlicher ausgedrückt. Es iſt auch kaum anzunehmen, daß Wiſſe zuerſt lediglich von Briefen der jungen Markgrafen und ihres Dieners ſpricht, und dann ausführlich den Inhalt des Briefes eines Hauptmanns von Schwiebus erzählt, ohne ſeinen Namen zu nennen oder anzudeuten, warum dieſer Hauptmann überhaupt perſönlich dem Kurfürſten ſchreibt. Vgl. dagegen Woſtry, König Albrecht II., a. a. O., S. 73—74.
) Mathias Doering, Mencken S. S. rer. germ. III., p. 9. Bayer, a. a. O., Beil. 5.
) Vgl. Caro, Geſch. Polens, IV, S. 191193. Wo ſtry, König Albrecht II., a. a. O., S. 80 ff.
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