154 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Breslau, nicht unmittelbar vom Könige abhingen. Es iſt nicht verwunderlich, daß der Rat von Breslau ſich ſolchen Plänen, die für ihn keine geringe Machtverminderung bedeuteten.) widerſetzte, daß er vielleicht mit ſcheelen Augen ſchon die militäriſche Leitung ſeiner Truppen durch Markgraf Albrecht ſah. Aber der König war entſchloſſen, ſeinem Willen Geltung zu verſchaffen. Da dem Rat unehrliche Amtsführung und Unterſchlagungen nachgewieſen wurden, fo ſetzte ihn der König am 21. Januar ab und beſtrafte die Mitglieder mit einer harten Geldbuße.“
Am 27. Januar beſtellte er in Gegenwart der anweſenden Fürſten und Herren einen neuen Rat, dem er am 28. Januar die Kaſſen der Stadt überantworten ließ.
Die Bekanntmachung der Ernennung Markgraf Albrechts zum Hauptmann Schleſiens wurde durch den Unfall des Königs um 4 Wochen verſchoben. Solange er ſelbſt im Lande weilte, wünſchte der König ſicherlich keinen Stellvertreter neben ſich. Erſt am 3. März, einen Tag vor feiner Abreiſe nach Ungarn, wurde die Ernennung Albrechts zum „oberiſten und gemeinen Hauptmann allhie zu Breslau und in der ganczen Sleſien“ veröffentlicht.
Dem Befehle des Markgrafen wurde die Streitmacht Breslaus und die Hilfstruppen der ſchleſiſchen Fürſten unterſtellt. Auf des Königs Koſten ſollte Albrecht in Schleſien vierhundert Reiſige halten, von denen fünfzig ein von ihm ernannter Unterhauptmann führen ſollte.
In der Zeit, in der der Markgraf ſich nicht in Breslau aufhielt, ſollte dieſer Unterhauptmann dort
1) Nach Übertragung der Rechte der„Hauptmannſchaft“, die wenigſtens im Stadt⸗ und Fürſtentum Breslau beſſer Statthalterſchaft hieße, beſaß der Rat von Breslau faſt die gleiche Macht, wie der Rat einer freien Stadt.
) Markgraf, Cod. dipl. Sil., S. XLI—-XILII.
5) Coronatio Adalberti Seriptores rer. Silesiacarum X, S. 28.
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