Die Jugendzeit des Markgrafen. 155
alle ſeine Rechte ausüben. Der König verpflichtete ſich, dem Unterhauptmann wöchentlich einen Gulden Lohn für jeden Reiter zu geben.“)
Ferner ſollte der Markgraf mit 450 in ſeiner Heimat geworbenen Reitern vom 23. April an, dem König ein Jahr lang in Schleſien dienen. Auch für dieſe Truppe ſollte der
1) Ermiſch, Schleſiens Verhältnis, S. 274, und Bayer, Jugendzeit, S. 84, nehmen an, daß Albrechts Führung im ganzen nur 400 Reiter unterſtellt geweſen wären. Dieſer Annahme widerſpricht der Wortlaut des Vertrages.„Zum erſten, ſo ſol der egenannt unſer Oheim der Markgraf haben und halten zu ſolcher Haubtmannſchaft vier hundert gereyſiger Pferd, derſelben er ieczund alhie funftzigk Pferde und einen Underhauptmann damit laſſen ſol“ uſw.„und unſer Herre der Kunig ſol auch demſelben Underhaubtmann all Wochen auf ein Pferd geben einen ungriſchen Gulden oder ſovil und er zu ieglicher Zeit zu Breßlau gienge und gaebe iſt.“„Item“(das heißt ferner) es iſt auch beredt worden, daz der egenant unſer Oheim uns von Haus aus mit vierdhalb hundert Pferden gueter Leut daz Jahr warten{ol in diſe Land zu unſern Geſcheften zu dinen und zu komen und daz Jar ſol angen auf Sand Jorgentag nechtkünftig und wir ſollen demſelben unſerm Oheim nach Anczal des Wochengelts auf ein Pferd geben, je ein Wochen einen ungriſchen Gulden uſw.“„Vierdhalbhundert“ ſind nun nicht 350, wie Ermiſch und Bayer annehmen, ſondern 450. Dieſe Zahl, der Wortlaut des Vertrages, und die Tatſache, daß Albrecht bei ſeiner ſofort bevorſtehenden Abreiſe von den 400 Mann 50 in Breslau zurücklaſſen ſollte, während er die 450„gueter Leute“ erſt zum 23. April „von Haus aus“, alſo als Markgraf von Brandenburg, angeworben haben ſollte, beweiſen, daß es ſich um zwei verſchiedene Truppen handelt. Aus dem Vertrage geht auch mit großer Wahrſcheinlichkeit hervor, daß bereits 400 Reiter in Breslau waren, wohl unter dem Befehle Albrechts, denn im höchſten Grade verwunderlich wäre es, daß über Beſoldung der 350„geraßigen Pferd“ ſo wenig geſagt iſt, wie über eine Entſchädigung des Markgrafen ſelbſt, wenn wir die beſtimmte Nachricht Eybs über Ernennung Albrechts am 20. September zum Hauptmann Schleſiens oder mindeſtens eines ſchleſiſchen Kreiſes anzweifeln würden. So aber erſcheint der Vertrag vom 3. März nur als ein die Machtbefugniſſe des Markgrafen erweiternder Nachtrag des Vertrages vom 20. Sept. Die im erſten Vertrage ausgemachte Beſoldung des Markgrafen mit 3000 Gulden und jedenfalls auch die dort vereinbarte Beſoldung der 350—400„geraßigen Pferd“ blieben beſtehen.