Die Iugendzeit des Markgrafen. 163
Trotzdem war man im Stifte in den erſten Tagen nicht verzweifelt; bei der geringen Macht der Feinde hoffte man, falls die„Lantſchaft und Mantſchaft dazu tun wollte, es ſollte eine gute Sache werden“.) Der Biſchof teilte ſogar dem Markgrafen mit, daß er die Herren von Thüngen, die im Stifte geraubt und geplündert hätten, im Burggrafentum zu ſuchen und zu ſtrafen gedächte; er klagte jeden Schaden ab, den die Markgrafen bei dieſem Zuge erleiden würden.“) Aber die Hoffnung auf die Würzburger Ritterſchaft erwies ſich als völlig eitel.
Dem einen war„ſulche treffliche Sache unter die Hände gekommen, daß er zu diſer Zyd nicht kumen konnte“; ein anderer hatte ſeine„Dyener und Geſellen hinwegk gelyhen zu Dinſt ſyner gebornen Fründe“.“)
Der Biſchof ſelbſt war nur ſchlecht gerüſtet und wird es nicht ungern vernommen haben, daß ſich einige fränkiſche Edle und die Stadt Nürnberg zur Friedensvermittelung erboten.
Die jungen Markgrafen kümmerten ſich um ſolche Verhandelungen ſo wenig wie um die Rechtsgebote des Biſchofs. Am 3. Auguſt zogen fie bei Schloß Binsfeld vorbei über den Main vor Zellingen. Trotzig rühmten ſich wohl ihre Hauptleute,„ihre Herren wollten ihre Feinde ſuchen; verdrieß' es den Biſchof, ſo ſollte er kommen, fie wollten ſein wohl harren.“)
Vor Zellingen ſtießen auch die Roſenbergiſchen und Thüngiſchen Reiter zu ihnen.“) Dietz und Sigmund von Thüngen, die ſowohl biſchöfliche wie markgräfliche Lehen beſaßen, hatten dem Biſchof am gleichen Tage ihre Lehen aufgeſagt. Bald fiel Zellingen und die Markgrafen zogen weiter den Main abwärts gegen Karlſtadt.
) Würzburger Kr. A. Miſzell., 1357, Nr. 7.
2) Würzburger Kr. A. Mijgell., Prod. 29.
3) Verſchiedene Stücke, Würzb. Kr. A., Miſzell. 1357. ) Würzburger Kr. A., Miſgell. 1357, Nr. 7.
5) Würzburger Kr. A., Miſzell. 1357, Nr. 3.