Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
164
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Die Jugendzeit des Markgrafen.

Nachdem ſie die Weingärten des Städtchens verwüſtet hatten, zogen ſie durch den Hohenberger Weg, der von dieſer Zeit dieMarkgrafenſtraße) hieß vor Karlburg.

Biſchof Johann eilte ihnen mit einer ſchnell zuſammen­gezogenen Truppe entgegen. Da die Markgrafen im weſent­lichen ihren Zweck erreicht hatten, wollten ſie einen gänzlich unnötigen Kampf vermeiden. Sie ließen ſich durch Herzog Otto von Bayern-Mosbach beſtimmen, wieder heimzuziehen.)

Dem Deutſchmeiſter Eberhard von Seinsheim gelang es, am 10. Auguſt einen Waffenſtillſtand zwiſchen dem Biſchof und den Markgrafen herbeizuführen und einen gütlichen Tag nach Aue zwiſchen ihnen zu verabreden.)

Doch die Verhandlungen zogen ſich in die Länge, am 7. September verabredeten ſchließlich Jorg von Seckendorf und Martin von Eyb einen gütlichen Tag zum 13. September nach Mergentheim,) auf dem es den Bemühungen des Biſchofs von Bamberg und des Deutſchordensmeiſters in der Tat gelang, die Fürſten auszuſöhnen und durch weitgehendes Entgegen­kommen von beiden Seiten auch die langwierige Thüngenſche Fehde beizulegen.) f

Nicht wenig hatte zu dem ſchnellen Abſchluſſe dieſer Feindſeligkeiten die ſich immer mehr verſchärfenden Gegenſätze in Bayern beigetragen.

Ludwig der Bärtige, Herzog von Ingolſtadt, lebte unter Bayerns Fürſten als ein Fremder. DerHochfertige wurde

1) Frieſe, a. a. O., S. 767; die gleiche Bezeichnung trug damals ſchon eine Straße im heutigen Weſtpreußen. Vgl. Nieſſen,Der Markgafenweg, Forſch. z. brandenbg. preuß. Geſch., XIV, S. 259.

2) Frieſe, g a. S. 76%

3) Würzburger Kr. A., Miſsell. 1357, Prod. 25. ) Würzburger Kr. A., Miſzell. 1357, Prod. 20. 5) Frieſe, a. a. O., S. 769.