168 Die Jugendzeit des Markgrafen.
güter erhielt Wieland gleichfalls den Namen Freiberg. 1418 ließ Ludwig den hübſchen Burſchen vom Papſte legitimieren; eine Reihe von nicht unbeträchtlichen Schenkungen an Mutter und Sohn bewieſen die ſich ſtets verſtärkende Neigung des alternden Herzogs.
Aus einem der edelſten Geſchlechter wurde die Braut für den Baſtard gewählt, aber nur gegen großartige Verſprechungen willigte Graf Michael von Wertheim in die Verbindung ſeiner Tochter Amalie mit Wieland. Graf Michael wurde Hauptmann in des Herzogs Ländern, 18 000 Gulden wurden Amalie als Wittum verſchrieben, 60 000 Gulden betrug das für Wieland hinterlegte Vermögen.
Wer will es Ludwig d. J., deſſen Heiratspläne ſich bisher zerſchlagen hatten, verargen, wenn er mißgünſtig auf den umgeſtalteten Hof in Neuburg blickte, wenn ihm die im franzöſiſchen Schmucke einherſtolzierende Amalie, der neue Hauptmann und Kammermeiſter wenig gefielen?
Als aber ſein Vater ihm unter dem Einfluſſe dieſer Koterie, die ihr Glück für die tatſächlichen Verhältniſſe blind gemacht hatte, zumutete, Wieland als Miterben anzunehmen, ſchlug er das ab. Von je hatte Ludwig d. A. Widerſtand nur gereizt; an Einflüſterungen wird es nicht gefehlt haben. So ließ er ſich hinreißen, feinen Amtleuten zu verbieten, den jungen Herzog in den Schlöſſern aufzunehmen. Durch Gelehrte ließ er das Erbrecht ſeines Sohnes unterſuchen; er ſcheint ſeine rechtmäßige Geburt angezweifelt zu haben.“)
Als„ausgeſtoßener armer Herr“ habe er„umreyten müſſen und bey den Fremden ohne Troſtung wohnen und ſein,“ ſo klagte ſpäter Ludwig d. J.
Ludwig d. J. hätte in der Tat nicht der Sohn ſeines Vaters ſein müſſen, wenn ſein Zorn in dieſen Zeiten ſeine Pietät nicht zum Schweigen gebracht hätte.
1) v. Lang, Geſch. Ludwig d. Bärtigen, S. 188.