170 Die Jugendzeit des Markgrafen.
bei dieſer Verbindung viele bisher feſtgehaltene Anſprüche aufgeben.)
Aber er gewann für ſeine weitgehenden Pläne einen ſicheren Beiſtand,„einen Rucken“, ſagt der Chroniſt.“)
Bald begann zwiſchen Vater und Sohn ein Kleinkrieg, der ſelbſt durch die Gebote König Albrechts“) nicht beigelegt wurde.;
Nur durch die Zauderpolitik und den Wankelmut Herzog Albrechts von München wurde Ludwig d. J. verhindert, durch die Eroberung Neuburgs, der Reſidenz ſeines Vaters, dieſem Kriege mit einem Schlage ein Ende zu machen.
Denn der Krieg hatte tatſächlich begonnen, ehe noch eine Abſage erfolgt war. Erſt am 30. Mai ſagten die Mannen Ludwigs d. A. in äußerſt vorſichtiger Form den Söldnern in Friedberg und der abgefallenen Landſchaft zu Rain ab.“) Dagegen ſagten die Mannen Herzog Ludwigs d. J. am 18. Juni geradeaus dem alten Herzog und ſeinen Helfern ab, da ſeine Leute unter
falſchem Schein ihrem Herrn abgeſagt hätten;') am folgenden Tage ſagte auch Ludwig d. J. ſeinem Vater ab.“) Ende Juni folgte die Abſage des Markgrafen Johann.“) Von ihrem eigenen Herren mußten jetzt die armen Leute des Herzogtumes ſich Schonung erkaufen.“)
Ende Juli gebot Biſchof Albrecht von Eichſtätt im Auf
1) Bamberger Kr. A. G. I. K. 25 L. I. Fasc. J. 25. Das Nähere Kanter a. a. O. S. 285. Vgl. K. B. Reichsarch. S. 13, K. II. L. III. Nr. 182. Ein Vertrag über den Austrag von Streitigkeiten zwiſchen dem Kurfürſten Friedrich und Herzog Ludwig.
2) Deutſche Chroniken, Bd. II, S. 367.
3) K. B. Reichsarch., Fürſtentom VIII., S. 14. 4) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII., S. 80. 5) K. B. Reichsarch., Fürſtentom VIII., S. 102. 6) K. B. Reichsarch., Fürſtentom VIII., S. 103. 7) K. B. Reichsarch., Fürſtentom VIII., S. 93. 8) Deutſche Chr. II., S. 368.