Die Jugendzeit des Markgrafen. 171
trage des Königs den Streitenden einen Waffenſtillſtand.“) Ludwig d. J. nahm ihn ſofort an. Aber das wilde Herz, das in der Bruſt ſeines Vaters ſchlug, gewann wieder die Oberhand über ſeinen Verſtand. Erſt erbat Ludwig d. A. ſich vom Biſchof zur Annahme des Gebotes Bedenkzeit, dann überſchritt er dieſe;?) den gebotenen Waffenſtillſtand hielt er nicht.“)
Den Mann, den er faſt ſein ganzes Leben lang bekämpft hatte und der jetzt als einziger ſeiner Nachbarn nicht Gleiches mit Gleichem vergalt, ſuchte er in dieſer dringendſten Gefahr auf ſeine Seite zu ziehen. Bitter beklagte er ſich bei Herzog Heinrich, daß ſein Sohn den Waffenſtillſtand in der ihm gewährten Bedenkzeit nicht gehalten habe; er forderte ihn zur Hilfe mit den Waffen gegen ſeinen Sohn und zur Vermittlung mit dem Biſchof auf.“)
Doch Herzog Heinrich bewahrte ſeine Neutralität, und die Entſcheidung des mit den Markgrafen befreundeten Biſchofs von Eichſtätt fiel gegen Ludwig d. A. aus.
An Fürſten und Städte gingen die Gebotsbriefe des Königs, Ludwig d. J. zu helfen.“) Seine Sache war jetzt die Sache des Reiches geworden. Am 16. Auguſt ſagte Herzog Albrecht von Bayern„auf Befehl des Königs“ Ludwig d. A. ab.“)
Der Waffenſtillſtand mit dem Biſchof von Würzburg machte die markgräflichen Truppen frei. Albrecht und Johann eilten ihrem Schwager zu Hilfe. Erfolg folgte auf Erfolg. Am 27. Auguſt fiel die Burg in Friedberg, am 29. Auguſt Reichertshofen, am 29. September Schwaben. Vergebens verſuchte der
1) Krenner, a. a. O. III., S. 60—62.
2) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII., S. 104.
3) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII., S. 106—107. ) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII., S. 104.
5) Nürnberger Kr. A., Briefbücher XIV., S. 24.
) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom VIII., S. 104106.