Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
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173
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Nürn­

Die Jugendzeit des Markgrafen. 173

Die Rückſicht auf das hohe Alter des Kurfürſten Friedrich wird wohl die Geſinnung der Wähler geändert haben. Auch deutet nichts darauf hin, daß der Greis am Rande des Grabes die Rechte des Säuglings habe an ſich reißen wollen.

Nur wenige Wochen ſchieden dieſe Wahlhandlung von dem Todestage des Kurfürſten. Bis zuletzt war er im Intereſſe des Hauſes tätig. Am 20. Juni ſchloß er für ſich und ſeine Söhne in Ellwangen ein Bündnis mit dem Grafen Ludwig und Ulrich von Württemberg gegenſolich ſchedlich fremd Leuff, die ſich dann allenthalben erheben. Räte beider Parteien ſollten auf Mahnung über die Hilfe in Ellwangen beſchließen.)

Am 1. Auguſt ſchloſſen er, Albrecht und Johann ein Ab­kommen zur Unterdrückung der Straßenräuberei mit dem Erz­biſchof von Mainz, dem Biſchof von Würzburg und ſeinem Ver­weſer, dem Kurfürſten von der Pfalz, dem Pfalzgrafen Otto von Mosbach, dem Markgrafen Karl von Baden und dem Grafen von Württemberg.)

Auch an dem großen Problem, das damals erſt leiſe ſich Löſung zu ſuchen begann, ging der Kurfürſt nicht achtlos vor­über. Wenigſtens in Franken wollte er noch vor ſeinem Tode die Frage zugunſten ſeiner Söhne beantwortet ſehen, ob den Fürſten oder den Städten die Vorherrſchaft einſt zufallen ſollte.

Er mochte glauben, daß ihm, dem Erfahrenem, oft Be­währtem, und weit Beliebtem vielleicht gelingen würde, was dem Ungeſtüm der Jugend mißglücken mußte.

Schon nach dem Egerer Reichstage hatte er in Franken eine Landfriedenseinung unter der Teilnahme von Fürſten, Rittern und Städten zuſammenzubringen verſucht,) und ſelbſt in den Tagen, als ihm des Reiches Krone ſicher zu ſein ſchien,

1) Bamberger Kr. A. S. I., K. 29. L. 2. Fasz. 1.

2) Minutoli, Kurfürſt Friedrich I., S. 187139. Vgl. Schuſter, Kurfürſt Albrecht. A. a. O., S. 159.

3) Reichstagsakten XII, S. 267, XIH, S. 9.