Die Jugendzeit des Markgrafen. 175
allzu ſehr heranziehen zu müſſen. Einfach und würdig, ohne Pompentfaltung, befahl der Kurfürſt ſein Leichenbegängnis. Auch die Jahrtage und Stiftungen, die er anordnete, waren für einen Kurfürſten nicht allzu reichlich bemeſſen. Noch einmal beſtätigte er als ſeinen letzten Willen die Landesteilung, und wiederholte beſonders mit allem Nachdruck die Beſtimmung, nach der die Söhne kein ererbtes Gebiet für immer verkaufen dürften. Das Teſtament ſiegelten die anweſenden Söhne mit ihm.
Drei Tage nach Vollziehung des Teſtamentes ſchloß der erſte Kurfürſt aus dem Hohenzollernhauſe für immer die Augen.„In ſchlichter demütiger Form ohne groß hoffärtig Pompey“,) wie er es gewünſcht hatte, wurde er im Kloſter Heilsbronn beigeſetzt: Aber die Paniere, die dem Toten folgten, zeigten deutlicher als alle Pracht, was er im Leben erreicht hatte.
Graf Wilhelm von Ottingen trug das Banner von Brandenburg, Graf Wilhelm von Kaſtell das Banner des Burggrafentums, Ulrich von Rechberg der Zollern Panier, Hans von Wallenrode das Blutbanner, das Zeichen, daß der Tote den Blutbann ausgeübt hatte, Walter von Hürnheim trug des Toten Lanze, Jörg von Seckendorf ſein Schwert; je zwei Edle trugen die Schilder des Hauſes Brandenburg, des Bruggrafentums und der Zollern; ſeine achte Lieblingspferde, gleichfalls geführt von je zwei Rittern, endeten den Zug.“)
Der Kurfürſt konnte ruhig die Augen ſchließen. Er hatte ſein Haus wohl beſtellt, hatte lange genug gewacht. Die Töchter waren verſorgt, die Söhne im Vergleich zu den Fürſtenſöhnen der Nachbarn wie„Roſen unter Diſteln und Dornen
1) Raumer, Cod. dipl. Brand. Contin. I, S. 153,
2) Chriſtian Meyer, Quell. und Forſch. zur Deutſchen, insbeſondere Hohenzoll. Geſch., II, S. 156—157. Chr. Meyer, Aus d. Gedenkbl. d. Ritters Ludwig d. A. von Eyb, S. 26—27. Riedel, Cod. dipl. Brand., III., 1, S. 237.