Die Jugendzeit des Markgrafen.
Er iſt ein Fürſt von hoher Art, Hin und hin wohin er ſich kart Sie ſeien Laien oder wohlgelart Die loben alle, alle ſinen Namen Der wahrlich wohl zu loben ſtadt.“)
So ſang damals der Märker Niklas Upſchlacht.
Laien und Gelehrte haben den Fürſten auch in der Folgezeit faſt überſchwenglich gelobt. Als der allzeit getreue Ekkehart der Kaiſer, der ſich höchſtens, wenn ſie falſche Wege wandelten, von ihnen abwandte, ſo iſt er vielen erſchienen.“)
Nur wer mit dieſer Vorſtellung endgültig bricht, kann die Politik der Hohenzollern im XV. Jahrhundert verſtehen.“)
Solange die Intereſſen des Burggrafenamtes wichtiger waren, als die ihres Territoriums, haben ſich die Hohenzollern als treue kaiſerliche Beamten gehalten; Burggraf Friedrich VI. war der erſte Hohenzoller, der als deutſcher Fürſt, als Territorialherr fühlte und handelte.
Damals aber mußten„dem allgemeinen Zuge der Zeit
1) Berner, Geſch. d. preuß. Staates, S. 48. Riedel, 10 Jahre, S. 164168.
2) Val. Franklin, Die Deutſche Politik Friedrichs I., S. 164. „Feſte Anhänglichkeit an Kaiſer und Reich zeichnete alle Hohenzollern aus und Friedrich I. leuchtete allen ſeinen Nachkommen hierin voran.“ Ebenſo Riedel in allen ſeinen Werken und etwas abgeſchwächt Droyſen, Geſch. der preuß. Politik u. a. Auch Bezold, der die Politik Friedrichs unter Kaiſer Sigmund rückſichtslos aufdeckt, nimmt an, daß erſt das Bündnis Friedrichs mit dem Polenkönig gegen den Deutſchorden„ein Schritt war, der mit der früheren Reichstreue der Hohenzollern im grellſten Widerſpruch ſtand“. Selbſt Brandenburg, der am klarſten die Hohenzollernſche Politik in dieſer Zeit geſchildert hat, nimmt einen Wechſel in der Politik Friedrichs an und datiert ihn von ſeiner Ernennung zum Kurfürſten, den offenen Bruch mit Sigmund von 1422.
2) So ſieht noch Loſerth, Geſch. d. ſpät. Mittelalters, das hauptſächlichſte Charakteriſtikum der Politik Albrechts in feiner„unwandelbaren Treue zum Kaiſer“.