Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
182
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182 Die Iugendzeit des Markgrafen.

nach Erhöhung der Fürſtenmacht alle anderen Verhältniſſe und Bewegungen ſich unterordnen.)

Das natürliche Intereſſe des Landes verlangte Ab ſchließung des Territoriums und den Ausſchluß jeder mit dem Landesregiment konkurrierenden Staatsgewalt; nur ſo konn­ten wenigſtens in Friedenszeiten Sicherheit und Ordnung auf­recht erhalten werden.

Es kam hinzu, daß ſeitdem die Intereſſen des Kaiſers und des Reiches nicht mehr die gleichen, ja oft geradezu ein­ander entgegengeſetzt waren, auch kaiſertreu und reichstreu nicht mehr das Gleiche bedeutete.)

Kurfürſt Friedrich hatte als erſter Hohenzoller es für notwendig erachtet, als Gegengewicht gegen des Kaiſers Macht einen Fürſtenbund zu ſchaffen. Das Gleichgewicht zwiſchen Kaiſer⸗ und Fürſtenmacht zu erhalten, ſchien noch Jahrhun­derte nach ihm feinen Nachkommen der wichtigſte Regierungs­grundſatz ihres Hauſes.)

) Paul Schweizer, Vorgeſch. u. Gründg. des ſchwäb. Bundes, S. 2. Vgl. auch Wendt, D. deutſche Reichstag unter König Sigmund, Unterſuch. z. Deutſch. Staats⸗ und Rechtsgeſch., Bd. 30, S. 2.

2) Bezold, König Sigmund und die Reichskriege, II, S. 39. Sowohl dem König Wenzel wie dem Kaiſer Sigmund gegenüber berufen ſich die Kurfürſten bei ihren Abſetzungsplänen aufihre Eide, womit ſie dem Reiche verbunden wären.

3) Friedrich der Große, Memoires de Brandenbourg, I. S. XII. On voit la politique des deux grands rois s'intéresser au sort de Allemagne et réduire la maison d' Autriche au point de consentirpar la paix de Westphalie au rétablissement de cette balance qui maintient l'équilibre entre l'ambition des empereurs et la liberté du College électoral. Ein Vertrauter des großen Königs, Graf Herzberg, ſagt in ſeiner Schrift: Sur la veritable richesse des etats nouveaux(Memoi res de Academie royale XV). Der Fürſtenbund Friedrichs des Großen habe beigetragen à renouvelerl'i dẽ edel'a ne ie nẽqui­libre de puissance qui est absolument nécessaire dans une Monarchi federative comme celle de' Empire germanique.