184 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Alles hing für den König davon ab, die Reichsſtädte an ſeiner Seite zu halten;) fo fällte er im Streite Rothenburgs mit dem Burggrafen ein der Stadt günſtiges Urteil; ohne Entſchädigung mußte Friedrich alle ſeine Eroberungen herausgeben. Die Fehde hatte große Summen verſchlungen;„verzweifelt“ ſchien dem Burggrafen ſeine Lage,„gründliches Verderben“ nahe.
Er wandte ſich von dem Schwager ab, und nahm im Januar 1409 an dem Frankfurter Reichstage teil, der das dem König feindliche Piſaner Konzil anerkannte.“)
Noch im gleichen Jahre ſchloß er ſich offen dem luxemburgiſchen Haufe an und ritt in den Dienſt König Sigmunds,“)
1) Rothenburg verhandelte bereits mit Wenzel. Reichstagsakten,
VI, S. 196. Schon im April 1408 änderte Rupprecht feine Politik
gegen die Stadt, vgl. Lunig, P. Spec. Cont., T. 2, S. 340.
2) Kotelmann, Markgraf Albrecht Achilles über die Erwerbung der Mark durch d. Hohenzoll., Märk. Forſch., VIII, S. 221. Markgr. Albr. ſchreibt 1465 ſeinem Schwager Karl von Baden:„Unſer Vater ſel. kriegte vor etlichen Zeiten mit denen von Rotenburg und kam desſelben Kriegs in große ſchulden, doch gewann er etwa vil ſloſ und zu der letzt ſetzt er die ſach uff ſeinen leiplichen ſwager konig Rupprechten zu Haydelberg, der ihm als ſein Herr und ſwager vaſt neher gewant was, dannen euch herr Roß, der ſprach ihm die ſlos alle ab und ward unnſers vaters ſeligen ſach von allen den ſeinen ein verzweivelt dingk die ſich zoge zu gruntlichen verderben.“ Vgl. Monumenta Zollerana VI, Nr. 421 u. 422, die eroberten Schlöſſer wurden zwar geſchleift und der Stadt auferlegt, ſie nicht wieder aufzubauen, doch von den tauſend Mark Gold, die dem Kurfürſten 1407 vom Hofgericht zugeſprochen waren(Minutoli, Kurf. Fr. I., S. 163164), iſt nicht mehr die Rede.
3) Theodor von Niem, De schismate, III, S. 39. Droyſen, a. a. O., S. 269, bemerkt zu dieſem Reichstage:„Nicht bloß die Perſon dieſes Königs, ſondern das Weſen des Reiches und der Reichsgewalt traf es, wenn das Piſaner Konzil ſich anmaßte, mit der Anerkennung der Wahl Wenzels Rupprechts Wahl zu kaſſieren. Dieſer Gang der Dinge war auf dem Frankfurter Tage bereits vorauszuſehen, kein Zweifel, daß es Mittel gegeben hätte, ihm zu begegnen, ſelbſt das Kühnſte hätte man nicht ſcheuen, wagend lieber untergehen