Die Yugendzeit des Markgrafen. 185
gegen den er wenige Jahre früher im Namen Rupprechts das Reich aufgerufen hatte.“)
Wohl bat er höflich Rupprecht um die Erlaubnis, in den Dienſt des Ungarnkönigs treten zu dürfen, empfahl ihm auch, Land und Leute,) die die tapfere Burggräfin allein wohl zu ſchützen verſtand.
König Rupprecht wußte ſolche Worte nach ihrem wirklichem Werte zu ſchätzen; nichts Gutes ſprach er mehr von ſeinem Schwager.)
müſſen.“ In der Anm. ſagt Droyſen:„Daß der Burggraf nicht mit dem Mainzer Erzbiſchof ſtimmte, verſteht ſich von ſelbſt, wenn es auch nicht ausdrücklich geſagt wird.“ Tatſächlich verſteht ſich das keineswegs von ſelbſt; der Reichstag war faſt nur von Gegnern des Königs beſucht, und wäre es auffällig, würde keine Nachricht von einem energiſchen Proteſte des Burggrafen erhalten ſein. Es iſt nicht einmal richtig, daß über die Parteiſtellung des Burggrafen auf dieſem Tage nichts geſagt wird. Gobelinus Perſona Meibom rer. germ. III, S. 327, ſchreibt darüber: Maior pars. archiepiscoporum et praelatorum ac principium declinavit in partem collegii, sed rex. et archiepiscopus Trevirensis et duces bavariae cum paucis aliis in partem Gregori declinabant, cum quibus electus Paderbornensis illo tempore mansit. Iſt der Erwählte des Bistums Paderborn genannt, fo hätte Gob. wohl auch den Burggrafen, wenn er zu der dem Könige treuen Minorität gehört hätte, erwähnt.
1) Riedel, Cod. dipl., III, 1, S. 171.„Und brachſt mit Schand auf von König Rupprecht ſel. als Dich darum ein fahrender Mann an einem Lied ſang“, ſchreibt Herzog Ludwig dem Kurfürſten, vgl. Martene Thesaurus nov. anecdotum comp. reg. ac. princ. IV. S. 121.
2) Droyſen, a. a. O., I. S. 270.
3) Riedel, Cod. dipl. III, 1, S. 170. ‚Gedenk auch, was König Rupprecht ſelbſt von Dir redet, darum wir Dich mit ihm berichten mußten und Dir ſeine Gnad erwerben.“„Wir wollten gern, daß u. g. H. der römiſch König Dich in ſolcher Maaß beſetzet, daß Du ihm nicht täteſt als Du feinem Bruder König Wenzlaw auch König Rupprecht ſel. getan haſt.“