Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
187
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Die Jugendzeit des Markgrafen. 187

Verbindung erkaufen.) Vergebens hatte ihm König Sigmund befohlen, auf dieſe Heirat zu verzichten, ihn an die Eide, die er ihm geſchworen hatte und an feine Dankesſchuld gemahnt.

Die Vorteile, die die Ehe verhieß, waren größer, als die Nachteile, die die Ungunſt des Kaiſers bringen konnte.) Der Kurfürſt zögerte nicht, ſeinen Vorteil wahrzunehmen.

Gar übel ſprach, wie einſt König Rupprecht, nun auch­König Sigmund von ihm.)

wie die Kreuzherren ohne Krieg niedergedruckt und in ſolche Not und Verzweiflung gebracht würden, daß ſie nicht nur jeden Befehl des pol­niſchen Königs Folge leiſten, ſondern gleichſam den Triumphwagen ihrer Nachbarvölker ziehen müßten. Voigt a. a. O., S. 168.

1) Riedel, Cod. dipl. II, 3, S. 396 ff. Dlugos hiſt. pol. XII. S. 435436. Bezold, König Sigmund uſw. I, S. 16, ſagt: Das Bündnis war ebenſo gegen Sigmund wie gegen den Orden gerichtet. Vgl. Reichstagsakten VIII, S. 425. Brandenburg a. a. O. S. 149150. Gleichgültig, ob der Kurfürſt dieſer Verpflichtung nachgekommen iſt, oder nicht. Der ſchlimme Frieden von Melnoſee wäre dem Orden kaum aufgedrungen worden, hätte der Kurfürſt ſeine Pflicht getan. Vgl. über dieſen Frieden und die Greueltaten im deutſchen Lande. Voigt a. a. O. I., S. 437450.

2) Riedel, Cod. dipl. II, 3, S. 393.

3) Eberhard Windecke, Denkwürdigkeiten ed. Altmann, S. 151 Reichstagsakten VIII, S. 360.

4) Brandenburg, König Sigmund uſw., S. 115, nimmt an, daß. der Bruch damals noch nicht erfolgt wäre, und beruft ſich für ſeine An­nahme auf die 1425 aufgeſtellte Behauptung Friedrichs dem Polenkönig. gegenüber, daß ihr Bündnis nichts enthalten hätte, was Sigmund habe ſchaden können. Bei dem Beſtreben des Kurfürſten, feinen Treubruch und ſeine Undankbarkeit gegen Sigmund zu entſchuldigen und dieſen in das Unrecht zu ſetzen, iſt dieſe Bemerkung wertlos. Sigmund wußte ſel­ber ſehr genau, was ihm nützlich und was ihm ſchädlich war. Friedrich konnte keinen Augenblick nach dem Erhalt des königlichen Briefes zwei­feln, daß ein Entgegenhandeln den Bruch bedeutete. Wenn Branden­burg(S. 128) dann als weiteren Beweis für ſeine Annahme anführt, daß der Kurfürſt ſich damals im Gegenſatz zu der Politik der anderen Kurfürſten in der Ordensfrage befunden habe, ſo hat der Gegenſatz ja auch noch lange nach ſeinem offenen Abfall von Sigmund beſtanden;