188 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Aber der König mußte bald erkennen, daß ohne oder gegen Friedrich!) an eine Hilfe des Reiches in feinen böhmiſchen Nöten nicht zu denken war; nur den Kurfürſten wollten die Reichsſtände zum Feldherren wider die Huſſiten erwählen. So mußte Sigmund ſich mit ihm verſöhnen.
Mit einem Kreuzzugsheere zog Friedrich nach Böhmen. Obgleich die vom Reiche verſprochene Hilfe ausblieb, führte er mit Energie und Geſchicklichkeit den Krieg. Da erfuhr er den Tod Kurfürſt Albrechts von Sachſen.
Albrecht war ohne männlichen Erben geſtorben; ſeines Bruders, Kurfürſt Rudolfs Tochter, war mit Markgraf Jo
ebenſo wenig iſt es ein Beweis für einen weſentlichen Gegenſatz zu ſeinen Mitkurfürſten, daß die rheiniſchen Kurfürſten in ſeinem Streite mit Herzog Ludwig vermitteln wollten, er ſelbſt aber für alle Fälle ſich gegen den Herzog rüſtete.
Als Kurfürſt Friedrich ſich 1419 in Mainz mit Sigmunds Gegner, dem Pfalzgrafen, verband, hatte er innerlich mit Sigmund gebrochen. Sein Ungehorſam in der polniſchen Frage war nur eine Folge ſeiner neuen Politik. Es war kein Zufall, daß, da Friedrich die Mark unmöglich verlaſſen konnte, die Kurfürſtin Eliſabeth ſich im April 1421 zu dem Nürnberger Reichstag begab, auf dem zum erſten Male der rheiniſche Kurfürſtenbund ſich als eine ſelbſtändige Macht dem König gegenüberſtellte. Auch ſpäter haben die rheiniſchen Kurfürſten direkt mit Eliſabeth verhandelt.(Riedel III, 1, S. 180.) Es war alſo„keine Abweichung von ſeiner bisher beobachteten Zurückhaltung“(Brandenburg S. 138), wenn Friedrich im Januar 1422 an den rückſichtsloſen Beſchlüſſen der Kurfürſten in Frankfurt teilnahm. Die Annahme, daß bis dahin noch ein Einvernehmen zwiſchen Sigmund und dem Kurfürſten beſtanden hätte,(S. 173, Anm. 1), hat Brandenburgs Urteil über den vom Herzog Ludwig abgefangenen Brief des Kurfürſten und über den Anteil Friedrichs bei der Gründung der Binger Kurfürſteneinung weſentlich beeinflußt.(S. 127—128; S. 172—174.)
1) Ohne Zuſtimmung des Königs hatten die Kurfürſten den von Sigmund nach Regensburg ausgeſchriebenen Tag nach Nürnberg verlegt. Reichstagsakten VIII, S. 125 und S. 127. Bezold a. a. O. S. 87, Anm. 2. Die Verhandlungen mit Nürnberg über Geleit uſw. leitete Friedrich; Reichstagsakten VIII, S. 105, Anm. 1, und S. 127.