Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
189
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Die Jugendzeit des Markgrafen. 189

hann verheiratet. Ihr Heiratsgut auf ſächſiſche Schlöſſer ge ſichert worden.)

Nach kurzem Zaudern verließ Friedrich das ſeinem Ober­

befehle anvertraute Heer,?) ſammelte in der Mark Truppen, fiel in Sachſen ein und ließ ſich von den Untertanen huldigen; König Sigmund forderte er auf, feinen Sohn mit der ſäch­ſiſchen Kur zu belehnen. N Sigmund wünſchte nicht in Polen, Brandenburg, Fran­ken und Sachſen als Herrſcher Hohenzollern, deren Dankbar­keit er ſoeben erprobt hatte. Er verlieh dem mächtigen Mark­grafen von Meißen das Kurfürſtentum.

Friedrich wagte den Kampf nicht; für zehntauſend Schock Groſchen verkaufte er Johanns tatſächliche und feine ange­maßten Rechte auf Sachſen.)

Dem König aber vergaß Friedrich den Streich nicht; immer erbitterter wurde ihr Verhältnis.

Schon früher hatte Herzog Ludwig, der alte Feind des

Kurfürſten, dem Könige einen Brief überſandt, in dem Frie­drich die rheiniſchen Kurfürſten aufforderte, mit ihm zuſam­men den König, der ein Huſſit wäre, abzuſetzen.)

1) Die übrigen Gründe, die Friedrich für ſeinen Anſpruch auf das Land und die Kur geltend machte, ſind ſo fadenſcheinig, daß ſie nicht erwähnt zu werden brauchen. Pauli, Preuß. Staatsgeſch. II, S. 101 bis 102; Droyſen, Geſch. d. preuß. Pol. I., S. 455.

2) Altmann, Eberhard Windecke, Denkwürdigk. S. 152.

3) Riedel, Cod. dipl. II., 3, S. 441. Mit Recht weiſt Branden­burg a. a. O., S. 157 nach, daß die Nachgiebigkeit des Kurfürſten einer Notlage entſprang, und ihm nicht als Verdienſt anzurechnen iſt, wie es bis dahin geſchehen war.

) Höfler, L. v. Eybs Denkwürd., S. 61. Minutoli, Frie­drich I., S. 184. In einem kleinen, einem Briefe beigelegten Zettel teilt die Kurfürſtin Eliſabeth ihrem Gemahle mit, daß ein Rat Ludwigs einem markgräflichem Rate erklärt hätte, daß Herzog Ludwig einen Brief des Kurfürſten abgefaßt habe:Wie Euer Liebe dem Kurfürſten an dem Rhein geſchrieben ſulle haben uſw. Die Abſchrift des Briefes hätte