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Die Jugendzeit des Markgrafen. 193
Die Vorteile, die Sigmund zuerſt dem ſächſiſchen,) dann den anderen Kurfürſten bot, ſprengten den Kurfürſten— bund.)
Auch Friedrich hat ſich mit König Sigmund, der die Dienſte eines ſolchen Mannes ſtets brauchen konnte, wieder ausgeſöhnt; das alte, vertrauliche Verhältnis jedoch wurde zwiſchen ihnen nie wieder hergeſtellt.
Wollte man die Politik des Kurfürſten mit dem gleichen Maßſtabe meſſen, wie die Handlung eines Privatmannes, ſo ſteht feſt, daß er drei Königen die Treue gebrochen hat.
Immer und immer wieder hat ſein mit Recht gegen ihn erbitterter Feind, Herzog Ludwig,„vor ſeinen ſüßen, unwahrhaften Worten“ gewarnt und alle Feinde des Kurfürſten haben den Vorwurf der Untreue gegen ihn wiederholt.“)
„Die Grafſchaft Mortain haben die Engländer beſetzt,“ ſo ſchreibt Herzog Ludwig an Friedrich.„Wollte ich engliſch werden, möcht' ich's wieder haben; aber das fällt mir ſaurer als Dir, der Du ſo leicht zu den Feinden Deines Wohltäters überhüpfſt, wenn es Dir nur Nutzen bringt.“)
Die Politik eines Fürſten, die eines großen Hauſes Zu— kunft zu ſichern, des Landes Wohl zu bedenken hat, kann, ja darf ſich oft nicht von rein menſchlichen Erwägungen leiten laſſen.
Die Politik, die der Kurfürſt begonnen und ſeine Söhne fortgeſetzt haben, hat einer von ihnen, Kurfürſt Friedrich II., in einem Briefe an ſeinen Bruder Albrecht trefflich gekennzeichnet: „Auch, lieber Bruder, es zeiht uns der König, wir halten nicht
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) Horn, Friedrich der Streitbare, S. 900—911. ) Bezold, a. a. O., S. 74. Schuſter, Der Konflikt, S. 69. 9 Kaiſer Sigmund, der Erzbiſchof von Magdeburg, Herzog Ludwig von Bayern, Herzog Otto von Stettin, Dietrich von Quitzow. *) v. Lang, Ludwig der Bärtige, S. 97. Riedel, Cod. dipl. Brandenburg III. 1. S. 120.
Markgraf Albrecht Achilles 1.