Der neue Herr. 205 den, den Regenten unverdächtigen Ritter Georg Viſchlein in Heidingsfeld den Morgenimbiß einzunehmen. Im Hauſe des Viſchlein begrüßten den Biſchof mehrere Ritter, deren freundliche Einladung nach dem nahen Rothenburg er annahm. Dort erwartete ihn eine große Schar Edler; das beſtürzte, dem Kapitel ergebene Geſinde, das ſich weigerte, den Biſchof zu verlaſſen, wurde mit den Waffen zur Rückkehr gezwungen. Sigismund ritt mit den edlen Herren weiter.
In Uffenheim an der Grenze ſeines Gebietes erwartete Albrecht den Zug. Im Triumphe brachten er und die Edlen Sigismund nach Cadolzburg. Von hier aus ſandten Albrecht und Biſchof Sigismund Schreiben an die Regenten, das Domkapitel, die Ritterſchaft des Stiftes und an die Stadt Würzburg!) voll heftiger Anklagen gegen die Regenten; die Gründe, die zu der Flucht Anlaß gegeben hatten, wurden dargelegt, und alle Untertanen dringend ermahnt, die Regierungsrechte des erwählten und beſtätigten Biſchofs fernerhin nicht weiter zu beſchränken.“)
Ernſtlich erſuchte das Kapitel jetzt die Herzöge von Sachſen, wie ſie es einſt verſprochen hatten, für Ruhe und Ordnung im Stifte zu ſorgen und ihren Bruder zu zwingen, ſeine Verpflichtungen einzuhalten.“)
Herzog Friedrich hatte im März, als in allen Städten der Mark aufgeboten wurde, erkannt, daß der brandenburgiſche Kurfürſt ſeine Abſichten auf die Lauſitz durchſchaute und ihre Durchführung mit allen Mitteln zu hindern entſchloſſen war; jetzt durchquerte auch in Franken die hohenzollernſche Politik ſeine Pläne.
) Frieſe, a. a. O., S. 775. Markgraf Johann benachrichtigte die Herzöge von Sachſen von der Flucht ihres Bruders. Riedel, Cod. dipl., II, 4, S. 217.
2) Riedel, Albrecht Achilles' Konflikt uſw., S. 60 Na. O., S. 775.