206 Der neue Herr.
Noch hoffte er durch Diplomatie und Freundlichkeit die Beſorgniſſe der Markgrafen einſchläfern zu können; Abrechnung mochte er ſich wohl für eine Zeit vorbehalten, in der ſein Einfluß im Stifte unbeſtrittener ſein würde.
So ließ er denn den Markgrafen für ihre Einmiſchung danken, und Albrecht bitten, bis zur Ankunft ſeiner Räte Sigismund bei ſich zu behalten.
Die ſächſiſchen Räte verſicherten auf das Nachdrücklichſte, daß die Herzöge gegen ihren Bruder keinerlei Unwillen hegten und gern ſeinen Beſchwerden Folge geben würden, nur möchte er ſich ſeinen Eiden getreu erſt dann beſtätigen laſſen, wenn ein Papſt vom ganzen Reiche anerkannt worden wäre.“)
Allzu durchſichtig war die Abſicht Herzog Friedrichs. Sigismund dachte nicht daran, ſich in die Gewalt ſeiner Brü— der zurückzubegeben.
Feierlich ließ er ſich in Ansbach von den mit Albrecht befreundeten Biſchöfen von Bamberg, Eichſtätt und Augsburg zum Biſchof weihen.?) Dann ließ er das Kapitel durch Kilian von Thüngen und Michael von Seinsheim auffordern, ſich zum feſtlichen Aufzuge des neuen Biſchofs nach altem Herkommen vorzubereiten; das Kapitel lehnte zwar ab; aber den Boten gelang es, den Rat und die Bürger Würzburgs durch den Hinweis auf die von ihnen geleiſtete Erbhuldigung zur Aufnahme des neuen Biſchofs zu beſtimmen. Mit dieſem Erfolge war der eigentliche Zweck ihrer Sendung erreicht.
Den Herzögen von Sachſen konnte jetzt ein Kampf nach zwei Fronten noch nicht genehm ſein. Es war ſicher, daß auch Kurfürſt Friedrich von Brandenburg, um den Brüdern in Franken zu helfen, und den Lauſitzer Streit zu enden, das Schwert ziehen würde. Thüringen aber hatte erſt ſeit wenigen
1) Riedel, Cod. dipl., II, 4, S. 217. 5) Frieſe, a. a. O., S. 775. Höfler, Denkwürdigkeiten von Eybs, S. 132. v. Kraus, Deutſche Geſch. im Ausg. d. Mittelalters, S. 63.
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