Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
211
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Der neue Herr. 211 14. November auf gegenſolche, die unſern Bruder und Herrn, Herzog Sigmund, zu der Neuigkeit gebracht und gehalten haben n) Auch in feinem eigenen Lande hatte Herzog Fried rich zum 10. November aufgeboten und Saalfeld an der frän­kiſchen Grenze als Sammlungsort beſtellt.

Zum Schutze gegen einen Einfall aus der Mark ſammelte er ein zweites Heer in Wittenberg. Ein ſchleuniges Aufgebot des Markgrafen Friedrich antwortete ihm.

Das Ausſchreiben zeigt, wie ernſt die Markgrafen die Lage anſahen:Merket Ihr wohl, ſo ſchrieb Kurfürſt Fried­rich der brandenburgiſchen Mannſchaft,daß uns und unſern Landen und Leuten und Euch alles Gedeihen und Verderben daran gelegen iſt. Geſchehe es da Gott vorſey, anders dann wohl, ſo wären Land und Leute ganz verloren; das hoffen wir mit Gottes dem Allmächtigen auch unſerer Herren und Freunde und Euerer aller Hilfe zu widerſtehen und wollen auch Leib und Gut nicht daran ſparen.Tag und Nacht ſollten ſie nicht ſäumen und mit allem, die von Alter oder Jugend dazu taugen, am 15. Dezember im Lager bei Berlin ſein.)

Auch Sigismund forderte die Mannſchaft des Stiftes auf, ihn gegen das widerſpenſtige Kapitel Heeresfolge zu leiſten. Ein großer Teil der Ritterſchaft hielt ſich neutral: forderte aber dringend das Kapitel auf, keine Feindſeligkeit gegen den Biſchof zu unternehmen.)

) Nach Frieſe, S. 778, und Riedel, Albrecht Achilles Kon­flitt, S. 68, ſoll Herzog Wilhelm am 6. Nov. auf Frauenberg geweſen ſein. Herzog Wilhelm war am 30. Okt. in Altenburg und einige Tage vor dem 19. November mit dem ſächſiſchen Heere in Koburg; ſo iſt es wahrſcheinlicher, daß die ſächſiſchenRegenten Karl von Schaum­burg und Otto Spiegel im Namen ihrer beiden Herren aufgeboten haben.

2) Breslauer Univ.⸗Bibl., Handſchr. d. Zacharias Gartzen,

Successiones familiarum, S. 140. Riedel, Cod. dipl. I. 9, S. 153. ) Frieſe, Chronik, S. 178.