212 Der neue Herr.
Auch Markgraf Albrecht veröffentlichte ein Ausſchreiben,“) deſſen Rechtsgebote vielleicht früher einen Kampf vermieden hätten, die aber wohl jetzt nur den Zweck hatten, ſeinen An— hang zu mehren.
Loch einmal ſtellte er von feinem Standpunkte aus die Würzburger Ereigniſſe dar, dann bot er auf den Erzbiſchof von Mainz, ſowie auf eine Reihe ihm befreundeter Fürſten, aber auch auf den Landgrafen von Heſſen und vor allem auf die Landherren von Böhmen und die drei Vereinigungen der St. Georgsritter Recht. Natürlich ſollte der Schiedsrichter nicht nur über die Forderungen der Herzöge gegen ihn, ſondern auch über die Forderungen aller Markgrafen gegen die Herzöge entſcheiden. Wollten die Herzöge keinen Spruch des Rechtes, ſondern der Waffen— dann kein unnützes Blutvergießen, keine Plünderung, kein Sengen und Brennen. Am Hofe eines der Fürſten, die er vorher genannt habe,) wolle er gegen jeden der Herzöge oder beide zugleich mit den Waffen in der Hand ſein gutes Recht vertreten.
Solche de Herausforderung mag die Edlen der Nach— barlande an die Zeit gemahnt haben, in der Wolfram von Eſchenbach von Ritterehre ſang, in der noch nicht die Kugel das ehrliche Schwert erſetzt hatte. Von allen Seiten ſtrömten die Ritter dem Markgrafen zu,“) der ſich fo ganz als einer der Ihren fühlte. Die Grafen von Wertheim und Oettingen, die Herren von Heydeck und Schwarzenberg und mehr als 200 Edle ſandten mit ihm am 18. November als Helfer Biſchof Sigismunds an die Herzöge von Sachſen ihre Fehdebriefe, als dieſe zuſammen mit dem Landgrafen von Heſſen plündernd und ſengend über des Stiftes Grenze zogen.“)
1) Riedel, Cod. dipl. II, 4, 216, 219.
) Nicht am Hofe der Herzöge von Sachſen, wie Riedel, Konflikt, S. 66, irrtümlich geleſen hat.
) Städte⸗Chron., I, S. 468.
) Die Abſage des Markgrafen aus Kitzingen, Dresdener Staatsarchiv, Urkd. 6627. Er beruft ſich auf ſeine und des Biſchofs Rechts