Der neue Herr. 217
die Herren von Schwanberg mit den Markgrafen verbündet,*) da lenkten die Herzöge ein.
Herzog Friedrich bot einen Waffenſtillſtand an; auf einem gütlichen Tage ſollten alle Streitigkeiten zwiſchen den Herzögen und den Markgrafen beigelegt werden. Kurfürſt Friedrich nahm den Vorſchlag an, ihm konnte nichts an der völligen Vernichtung der einſtigen Bundesgenoſſen liegen. So wurde am 10. Dezember zu Marzahna ein Waffenſtillſtand bis 2. Februar 1441 geſchloſſen, der außer den vertragsſchließenden Fürſten und ihren Helfern auch Biſchof Sigismund, die Mark— grafen Johann und Albrecht, ſowie das Kapitel binden ſollte.“)
Am 23. Dezember erklärten Albrecht und Johann, daß fie gewillt wären, den Waffenſtillſtand zu halten.“)
Biſchof und Kapitel haderten weiter; ein Tag, den der Erzbiſchof von Mainz in Würzburg hielt, verlief ergebnislos, da Sigismund nicht allen Domherren freies Geleit geben wollte.“)
Der Waffenſtillſtand, den die Herzöge abgeſchloſſen hatten, gefiel dem Kapitel wenig. Mit Recht fürchtete es, daß nicht alle dem Gegner verbundenen Edelleute ſich lediglich als „Helfer“ betrachten und den Waffenſtillſtand halten würden. „Sie wüßten nicht, wer Feind oder Freund in dieſer Sache bleibe,“ klagten ſie den Herzögen.“)
Auch der zum 25. Januar nach Bamberg angeſetzte gütliche Tag brachte nur eine Verlängerung des Waffenſtillſtandes zwiſchen den Herzögen und den Markgrafen.“
1) Bamberger Kr. A. G. 1. K. 1. L. 2. 3. 1. Vertrag vom 30. November 1440. Die Markgrafen Albrecht und Johann zahlen am 11. März 1443 1000 Gulden an Cruſſima von Schwanberg, weil ſie ſich
ohne ſeine Bewilligung mit den Herzögen geeinigt hätten. G. 1. K. 1. L. 2. 3. 2
2) Riedel, Cod. dipl. II., 4, S. 224 226.
3) Riedel, Cod. dipl. II., 4, S. 226.
) Frieſe a. a. O., S. 783.
>) Frieſe a. a. O., S. 78.
e) Riedel, Cod. dipl. II., 4, S. 230231. Der Erzbiſchof Dietrich von Mainz und Landgraf Ludwig von Heſſen waren als Vermittler tätig.