Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
218
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Der neue Herr.

Der eigentliche Kampfpreis im Norden war den Mark grafen bereits zugefallen; Nikolaus von Polenz trat mit den Ständen der Lauſitz am 4. Januar unter den Schutz Kurfürſt Friedrichs!) Wenig galt es dagegen, wenn die Herren von Kottbus ſich mit den Herzögen wider die p arafen ver­bündeten.)

Der groß angelegte Plan Herzog Friedrichs war geſchei tert. Dem gab auch der Schiedsſpruch des Erzbiſchofs Günther von Magdeburg, Herzog Wilhelms von Braunſchweig, des Land­grafen Ludwig von Heſſen und des Fürſten Berndt zu Anhalt am 3. April 1441 Ausdruck.)

Von einer Mitregierung ſächſiſcher Räte im Stifte war nicht mehr die Rede. Gemeinſam ſollten die Markgrafen und die Herzöge dem Biſchof eine Regierung aus Mitgliedern des Kapitels und der Ritterſchaft beſtellen; leicht konnten nach ſol chem Zugeſtändniſſe die Markgrafen die Entſcheidung über ihre anderen nie ernſt gemeinten Forderungen dem Landgrafen von Heſſen anvertrauen. Sie haben ſpäter 1000 Gulden für alle ihre Anſprüche zugeſprochen erhalten. Die Ochſenfurter, die ihre Gefangenen nicht herausgeben wollten, wurden von den Markgrafen und den Herzögen bedroht, und das Wichtigſte die Hochzeit Kurfürſt Friedrichs mit der Schweſter der Herzöge wurde zum 4. Juni beſtimmt, die Erbverbrüderung wieder in Kraft erklärt.)

1) Riedel, Cod. dipl. II. 4, S. 230.

) Riedel, Cod. dipl. II. 4, S. 234235.

) Du Mont, Corps. Universel diplomatique au Droit des Gens. III., S. 96-97. Riedel, Cod. dipl. II, 4, S. 240243.

) Den Herzögen lag deshalb ſoviel an der Befreiung der mark­gräflichen Gefangenen in Ochſenfurt, weil Albrecht ſich geweigert hatte, ſeine ſächſiſchen Gefangenen ledig zu ſagen, bevor die Ochſenfurter ſeine Leute freigelaſſen hatten. e b Geſamtarchiv, B. 83, Prod. 6.

5) Riedel, Cod. dipl. II. 4, S. 239240.