Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
219
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Der neue Herr. 219

Brutal hatten die Markgrafen ihre ſelbſtſüchtigen dy naſtiſchen Ziele verfolgt, ihr Werkzeug, nachdem es ſeine Schul digkeit getan hatte, fortgeworfen.

Biſchof Sigismund konnte es natürlich gleichgültig ſein, ob ihm die Brüder allein oder mit den Markgrafen das Regi ment beſtellten.

Er hoffte aber noch immer, mit ſeiner Partei und den ihm anhänglichen Bürgern des Stiftes das widerſetzliche Dom kapitel zum Gehorſam zu zwingen. Auch mit den Markgrafen hielt er Freundſchaft. Am 15. Mai einigte er ſich mit ihnen und dem Biſchof von Bamberg auf eine neue Münzordnung.)

Am ſchlimmſten war die Lage des Kapitels; ihrer Partei wurdemit Brand und Name vaſt und ſchwerlich zugeſchoben. Als nun auf die Bitte Markgraf Johanns?) ein Tag, der zur Entſcheidung ihrer Streitigkeiten angeſetzt war, bis nach der Hochzeit Kurfürſt Friedrichs verſchoben wurde, glaubten ſie ſich von allen Seiten verlaſſen.)

Es wäre einſchedlicher Abslagk dem Biſchof zu gut; die Markgrafen wollten auf der Hochzeit nur den Land grafen und die anderen Gäſte für ſich gewinnen. Das Stift wäre jetzt ganzunverſehen niemand wäre da, bei dem ſie Abſtellung dermanigfaltigen Zugriffe und Räubereien erreichen könnten, ſo ſchrieb das Kapitel an die Herzöge.

Markgrafen, wie Herzöge gingen unbeirrt und ohne Rückſicht auf ihre früheren Bundesgenoſſen ihren Weg. Am 18. Juli ſchloſſen ſie in Naumburg ein neues Bündnis, in dem Sigismunds Name fehlte. Die endgültige Entſcheidung des Würzburger Streites wurde auf den September verſchoben) ein Tag nach Lichtenfels dafür anberaumt.

1) K. B. Reichsarchiv, S. 13, K. 2, L. 2, Nr. 3.

) Weimariſches Geſamtarchiv, B. 83, Prod. 5.

) Weimariſches Geſamtarchiv, B. 83, Prod. 6a.

) Riedel, Cod. dipl. II, 4, S. 2452858.