Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
221
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Der neue Herr. 221 teiligten, ſo ſetzten Ritterſchaft und Kapitel ein neues Regi ment von fünf Perſonen, drei aus der Ritterſchaft, zwei vom Kapitel im Stifte ein. Sigismund wurden ziemlich alle Macht­befugniſſe abgeſprochen.

Er appellierte gegen dieſe Verfügung, natürlich mit beſtem Erfolge, an das Baſeler Konzil und die Bürger {haften des Stiftes blieben ihm treu, jo daß das Kapitel ſo gar Würzburg und Kitzingen mit dem Bann belegte.

Als nun König Friedrich auf ſeinem Krönungszuge nach Würzburg kam, hinderten die Domherren dort die Abhaltung der Meſſe.

König Friedrich veranlaßte darauf beide Teile, ihm zu verſprechen, ſich ſeinem Urteil unbedingt zu unterwerfen.) Er beſtimmte ſpäter in Frankfurt, daß die Stiftsregierung einem Pfleger Gottfried von Limburg übertragen würde.) Sigismund wurde ein Jahrgehalt ausgeſetzt. Das ganze Stift fügte ſich der Entſcheidung des Königs.

Vergeblich verſuchte Sigismund von Albrecht Hilfe gegen den neuen Pfleger zu erlangen.

Unfreundlich wurde er abgewieſen,) denn Albrecht hatte ſich ſchon mit dem Stiftsregiment der 5 Räte in gutes Ein­vernehmen geſetzt, und dachte nicht daran, ſich des früheren Bundesgenoſſen halber mit dem neuen Pfleger zu überwerfen.

1) Du⸗Mont, Corps Universel Diplomatique du Droit des Gens uſw., III. S. 118119. Frieſe a. a. O., S. 798.

2) Du⸗Mont, a. a. O., S. 119120. Müller, Reichstagsthea­trum I, S. 195. Lunig ſpic. eccl. Contin, I. S. 756.

2) Sigismund lebte dann noch, von allen verlaſſen, 20 Jahre in der Haft ſeiner Brüder. Am 2. Februar 1443 bittet Sigismund den Rat von Nürnberg, ſeinen Bruder Friedrich ſowie dem Pfleger Gottfried zu ſchreiben, daß er ſich dem Spruche des Königs füge. Nürnbg. Kr. A., Nürnberger Briefbücher XVI. S. 10.

l) Kurfürſt Friedrich von Brandenburg verbündete ſich geradezu mit den Herzögen Friedrich und Wilhelm von Sachſen gegen Sigismund, für den Fall, daß dieſer wagen ſollte, auf ſein väterliches oder mütter­liches Erbe, auf das er verzichtet hatte, Anſpruch zu erheben. Dres­dener Staatsarchiv, Urk. 6759, dat. 11. April 1443.