222 Der neue Herr.
Dagegen trat er mit einer faſt unglaublichen Forderung hervor. Das Stift, ſo verlangte er, ſollte ihm die von ihm zu— erſt auf 22 000 Gulden, ſpäter auf 47 000 Gulden angegebenen Auslagen, die er im Kampfe gegen das Kapitel aufgewendet hätte, erſetzen.
Albrecht wollte ſich jetzt ſeinen Beiſtand, der nur ihm Nutzen gebracht hatte, in dem rückſichtslos, im eigenſten Intereſſe angezettelten und durchgeführten Kampfe auch noch be— zahlen laſſen. Das Stift war in einer Zwangslage. Man mochte die mächtigen Markgrafen nicht noch einmal an Sigismunds Seite treiben. Auch ging das Gerücht, Albrecht bemühe ſich, feinen Schweſterſohn, einen jungen Herzog von Braunſchweig, die Biſchofswürde zu verſchaffen.“) Der Pfleger hatte allen Grund, ihn nicht gegen ſich zu erbittern. Er ritt zu Albrecht nach Neuſtadt und verabredete mit ihm, daß ein Schiedsgericht die Höhe ſeiner Forderung feſtſtellen ſollte. Am 19. Dezember 1442 ſprachen die drei Schiedsrichter, der Erzbiſchof von Mainz, der Pfleger ſelbſt und Konrad von Weinsberg den Markgrafen für ihre Hilfeleiſtung 20 000 Gulden zu, die Albrecht auf Kitzingen verſchrieben wurden. Da aber Albrecht auf Kitzingen bereits 12000 Gulden verſchrieben waren, wurde ihm das Städtchen eingeräumt mit der Bedingung, einige Edle, denen auf Kitzingen gleichfalls 7100 Gulden verſchrieben waren, abzulöſen. Pfleger und Kapitel behielten allen künftigen Biſchöfen von Würzburg das Recht vor, für 39 100 Gulden Kitzingen auslöſen zu dürfen. Auch ſollte Kitzingen jedem neuen Biſchof Erbhuldigung tun.“)
Am 4. April 1443 wurden die Verpflichtung des Pfle— gers und des Kapitels mit dem Rückſchein des Markgrafen ausgetauſcht,) doch glaubte Albrecht für immer das Städtchen
) Frie ſe, Chronik, S. 799.
) Würzburger Kr. A., Libri diversi, 9, S. 125129.
) Würzburger Kr. A., Würzburger Urk. 113. Riedel, Konflirt 875, meint fälſchlich, die Auswechslung ſei erſt 1460 vollzogen worden.