Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
223
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Der neue Herr.

gewonnen zu haben. Er weigerte ſich, Kitzingen dem Pfleger Gottfried, ſelbſt als dieſer Biſchof geworden war, huldigen zu laſſen, trotzdem er esbei ſeiner fürſtlichen Ehre gelobt hatte.)

Blickten die Markgrafen jetzt auf den Beginn ihres Regi mentes zurück, ſo konnten ſie wahrlich zufrieden ſein. Die ge fährlichen Pläne der Sachſen hatten ſie vereitelt, dann ſich mit den Gegnern eng verbündet. Markgraf Friedrich ſtand im Norden an der Spitze einer großen Fürſtenpartei. Sein Ein fluß in der Lauſitz war geſichert, die wiederſpenſtigen Städte in den Marken faſt vollſtändig unterworfen, die Herren und Mannen hatten ſich einem Belehnungsrecht gefügt, dem ſie zu Zeiten ſeines Vaters, des mächtigen Kurfürſten, ſicher Trotz geboten hätten. Nur der markgräflichen Münze war der Krieg recht ſchlecht bekommen; ſie war immer kleiner und ſchwärzer geworden und hatte in den Nachbarlanden einen gar üblen Ruf.)

Aber das mußte in den Kauf genommen werden, denn überall, auch in Franken, war Großes erreicht.

Im Stifte geboten nicht mehr ſächſiſche Räte, Kitzingen war gewonnen, der Biſchof völlig machtlos. Da der dahin­geſchiedene Kurfürſt Friedrich ſeinen Söhnen einſt eingeſchärft hatte, der eigenen Schulden nicht zu achten, keinesfalls aber die Biſchöfe von Würzburg aus den Schulden herauskommen zu laſſen, ſo wäre die jetzige Lage des Stiftes ſicher ganz nach ſeinem Sinne geweſen.)

Nicht 10 Gulden ſicheren Einkommens beſaß der Biſchof.

) Erſt der Nachfolger Gottfrieds ſetzte im Frieden von Roth die Erbhuldigung durch.

) Würzburger Kr. A., Libri diverſarum formarum tom. 9a S. 22,

) Höfler, Kaiſerl. Buch, S. 213:Beſorge mehr, daß das Stift von Würzburg ehe aus Schulden komme, denn wo das geſchehe, fo wäreſt Du gedrückt.

) Frieſe, Chronik, S. 790800.