294 Der neue Herr.
Die päpſtliche Beftätigung*) ſeiner Wahl konnte er nicht be— zahlen, nicht einmal das Geld auftreiben, um ſeinem Stande gemäß auf dem Nürnberger Tage zu verweilen. Vielleicht mochte es Albrecht damals wirklich„nicht anders bedünken, denn er wäre ſelbſt und allein Biſchof und Herr, und der Biſchof ſein Hinterſaß und Kaplan“.
Der Biſchof lebte in der Tat mit Albrecht in gutem Einvernehmen; gleich ſeinem Vorgänger einigte er ſich mit ihm über eine Münzordnung und ernannte Albrechts Räte zu Erz— prieſtern, ſoweit das Stift geiſtliche Gerechtſame in der Mark— grafen Länder hatte.“)
Auch der Erzbiſchof von Mainz erneuerte und erweiterte mit Albrecht die einſt mit ſeinem Vater gegen Räubereien geſchloſſene Einung.“)
Hoch ging damals Albrechts Streben.
Er dachte durch eine Verbindung mit Eliſabeth, der Witwe König Albrechts, ſich die Krone Böhmens zu erwerben. 5000 Gulden jährlicher Leibrente verſprach er in der Oſter
woche 1442 dem Erzbiſchof von Trier, wenn durch ſeine Ver— mittlung dieſe Ehe zuſtande käme.“
Aber die Königin, die ſchon des polniſchen Königs Be— werbung ausgeſchlagen hatte, wollte durch den Abſchluß einer neuen Ehe nicht die Rechte ihres Söhnchens gefährden.
Nach der Ablehnung ſeines Antrages ſuchte Albrecht durch den damals in Böhmen einflußreichſten Mann, dem Burg
) Biſchof Gottfried hatte ſeine Würde aus der Hand des Papſtes Eugen mit Bewilligung des Kapitels angenommen, das einſt Sigismund aus der Verletzung der Neutralität einen ſo großen Vorwurf gemacht hatte.
2
) Frieſe, Chron., S. 794795. Freilich ſcheint Albrecht ſich an dieſe Abmachung zum Schaden des Stiftes nicht allzu viel gekehrt zu haben.
5) K. Bayer. Staatsarch., Kr. 2876, 7. Nov. 1441.
] Koblenzer Staatsarch., N. G. Lt. 1302.