226 Der neue Herr.
Und da eine Familie um ſo ſtärker wäre, je inniger fie zuſammenhielte, hätte ſie beſchloſſen, von nun an ihren Hof mit dem Albrechts zu vereinen.“ Mit 1000 Gulden jährlicher Rente begnügte ſich die Frau, die ihrem Gemahl die ſelbſt für Kaiſerstöchter ungewöhnlich hohe Summe von 100 000 Gulden in die Ehe gebracht hatte.„Seiner lieben Mutter“ 32 Pferde und 60 Perſonen zur Verfügung zu halten, verpflichtete ſich Albrecht dagegen.“)
„Das war die erſte Mehrung zu ſeinem Regiment“, erzählt treuherzig Ludwig von Eyb.
Den Sieg ihrer Söhne hat die Kurfürſtin Eliſabeth noch ſehen dürfen; erſt am 13. November 1442 ſtarb ſie,?) in dem Bewußtſein, daß die Größe des Hauſes, für das ſie ſo viel gekämpft und geopfert hatte, geſichert wäre.
Nicht nur Familienſinn und Familienintereſſe, wie die alte Kurfürſtin ſie ſtets bekundet hatte, ſondern mehr noch der eigene Nutzen, die Ausſicht auf Steigerung ſeiner Macht bewog Albrecht, in den Kampf ſeines Schwagers mit deſſen Vater Ludwig d. A. von neuem einzugreifen.“)
Nach dem Abſchluß des Waffenſtillſtandes, den die Geſandten König Friedrichs zwiſchen Vater und Sohn vereinbart hatten, ſchien in dem durch den Hader ihrer Fürſten ſo unglücklichem Lande wieder Ruhe eingekehrt zu ſein. Durch ſtrenge Polizeimaßregeln, weitherzige und vorurteilsloſe Off— nung der Gerichte, tat Ludwig d. J. alles, um von ſeiner Seite die Übertretung des Waffenſtillſtandes zu hindern.“ Durch Verkauf und Verpfändung verſuchte er ſeiner Geldverlegen
1) Bamberger, Kr. A., G. I. K. 25; Fasc. 7, Nr. 64. Vgl. Kotelmann, Die Finanzen des Kurfürſten Achilles. Zeitſchr. f. preuß. Geſch. u. Landeskunde, III., S. 7.
2) Franklin a. a. O., S. 220.
3) Vgl. für das Folgende: Kanter, Das Ende der BapyeriſchIngolſt. Linie. Forſch. z. Geſch. Bayerns, 1904, Heft 3—4.
9) Krenner, Landtagsverhandlungen, III., S. 72—78.
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