228 Der neue Herr.
ſeinen Vater, die in ihrer Folge ſo vergeblich blieb, wie ſeine Beſchwerden. Ludwig begleitete den König nach Nürnberg und ritt am 29. April neben ihm in die Stadt ein.“) Auch Albrecht eilte zur Unterſtützung des Schwagers nach Nürnberg.“)
Die Partei Ludwig d. J. machte ſich ſchlagfertig; die kleinen Fehden, welche die Handlungsfreiheit hinderten, wurden beigelegt.
Am 16. April 1442 richtete Albrecht ſeinen Schwager mit Wilhelm Paulsdorf;?) am 15. Auguſt vertrug er ſelbſt ſich mit Graf Hans von Oettingen auf 10 Jahre.“) Herzog Albrecht von Bayern ſöhnte Ludwig d. J. mit Wilhelm von Turn aus.
Mit Neid ſahen die Bürger Neuburgs, die ſich in den Nachbargebieten befeſtigende Ordnung, die nur durch räuberiſche Übergriffe geſtört wurde, während die„Buben“ ihre Getreideböden ſperrten und ihnen nach Willkür ihr eigenes Getreide vormaßen. Ja, wie ungezogenen Knaben entzog ihnen
ihr Herr, wenn ſie zu murren wagten, wohl auch zu Zeiten ganz ihr Brot.“)
So ſchloſſen am 17. April der Vogt Neuburgs, Albrecht Cammer, der Rat und die Gemeinde der Stadt mit Ludwig d. J. ein Bündnis. Ludwig verſprach, ohne ihren Willen und Wiſſen nichts gegen feinen Vater zu unternehmen, und ſicherte ihnen Leib und Gut. Die Neuburger verpflichteten ſich, ſeinen Vater an jeder weiteren Gewalttat zu verhindern; mit ganzer Macht verſprach Ludwig ihnen beizuſtehen.“
1) Nürnberger Kr. A.; Nürnberger Briefbücher, XV, S. 237.
2) Nürnberger Kr. A.; Nürnberger Briefbücher, XV, S. 238 und 242.
3) Nürnberger Kr. A.; S. XI, R. 1782; No. 9.
) Bamberger Kr. A., Fehdeakten, Fasz. I, S. 13.
5) Deutſche Chron., II, S. 368.
6) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom, VIII, S. 190—192; 195—196.